Verletzendes Verhalten in Kitas: Einblicke in Ursachen und Handlungshilfen

Im Rahmen der didacta 2026 rückten das Niedersächsische Institut für frühkindliche Bildung und Entwicklung (nifbe) und ver.di ein lange tabuisiertes Thema in den Mittelpunkt: verletzendes Verhalten in der Kita. Anlass bot die AVASA-Studie von ver.di und der FH Fulda. Sie zeigt, dass rund zwei Drittel der Fachkräfte in Kitas psychische Gewalt im Team erleben oder beobachten – mehr als 15 Prozent berichten von physischer Gewalt. Auch gegenüber Kindern würden verletzende Verhaltensweisen in relevantem Ausmaß auftreten.

Die Studie zeigt deutlich: Gewalt in Kitas ist kein isoliertes Fehlverhalten Einzelner, sondern häufig Ausdruck struktureller Probleme. Besonders Personalmangel und Überlastung erhöhen das Risiko für Eskalationen im Alltag. Fachkräfte geraten in Situationen, in denen sie den Bedürfnissen aller Kinder nicht gerecht werden können – ein Nährboden für Stress, Überforderung und Grenzüberschreitungen.

Für die Praxis bedeutet das: Schutzkonzepte müssen nicht nur vorhanden sein, sondern aktiv gelebt werden. Gewaltprävention in der Kita ist eine gemeinsame Aufgabe auf allen Ebenen. Neben individueller Reflexion braucht es vor allem eine offene Teamkultur und strukturelle Verbesserungen, um Fachkräfte zu entlasten und Kinder wirksam zu schützen.

Hintergründe zu verletzendem Verhalten in Kitas:

  • Verletzendes Verhalten tritt in verschiedenen Formen auf (psychisch und physisch)
  • Gewalt betrifft nicht nur Kinder, sondern auch Teams und Fachkräfte
  • Personalmangel und Überlastung als zentrale Risikofaktoren
  • Fehlende Intervention begünstigt weitere Grenzüberschreitungen
  • Gelebte Schutzkonzepte und klare Handlungsabläufe sind wichtig
  • Prävention gelingt durch offene Kommunikation und partizipative Strukturen

Weitere Informationen:

Auf der Website des nifbe finden sich Eindrücke der Tagung „Verletzendes Verhalten in der KiTa – aber nicht bei uns!?“