<?xml version="1.0" encoding="UTF-8"?><rss version="2.0"
	xmlns:content="http://purl.org/rss/1.0/modules/content/"
	xmlns:wfw="http://wellformedweb.org/CommentAPI/"
	xmlns:dc="http://purl.org/dc/elements/1.1/"
	xmlns:atom="http://www.w3.org/2005/Atom"
	xmlns:sy="http://purl.org/rss/1.0/modules/syndication/"
	xmlns:slash="http://purl.org/rss/1.0/modules/slash/"
	>

<channel>
	<title>03/2022 Archive - KinderKinder</title>
	<atom:link href="https://dguv-kinderkinder.de/thema/ausgabennummer/03-2022/feed/" rel="self" type="application/rss+xml" />
	<link>https://dguv-kinderkinder.de/thema/ausgabennummer/03-2022/</link>
	<description>Sicherheit &#38; Gesundheit in Kindertageseinrichtungen</description>
	<lastBuildDate>Tue, 07 Feb 2023 08:29:10 +0000</lastBuildDate>
	<language>de</language>
	<sy:updatePeriod>
	hourly	</sy:updatePeriod>
	<sy:updateFrequency>
	1	</sy:updateFrequency>
	<generator>https://wordpress.org/?v=6.9.4</generator>
	<item>
		<title>Sprechen statt schlagen</title>
		<link>https://dguv-kinderkinder.de/sprechen-statt-schlagen/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Stephanie Böcking]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 02 Aug 2022 10:06:31 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[03/2022]]></category>
		<category><![CDATA[Allgemein]]></category>
		<category><![CDATA[Ausgabe]]></category>
		<category><![CDATA[Ausgabennummer]]></category>
		<category><![CDATA[Titelthema]]></category>
		<category><![CDATA[emotionale Kompetenz]]></category>
		<category><![CDATA[Entwicklungsförderung]]></category>
		<category><![CDATA[Gewaltprävention]]></category>
		<category><![CDATA[Prävention]]></category>
		<category><![CDATA[Präventionsprogramme]]></category>
		<category><![CDATA[soziale Kompetenz]]></category>
		<guid isPermaLink="false">https://www.kinderkinder.dguv.de/?p=3628</guid>

					<description><![CDATA[<p>Heute sind&#160;alle Freudibold. Also glücklich und zufrieden. Aber die Kinder dürfen in&#160;der ASB-Kita „Sonnenland“ im Neuruppiner Ortsteil Wuthenow auch mal anders sein. Bibberbold, Heulibold oder sogar Zornibold. Wichtig ist, dass sie sich ihrer Gefühle bewusst werden und sie benennen können: Ich habe Angst (Bibberbold), ich bin traurig (Heulibold) oder ich ärgere mich (Zornibold). Die vier &#8230; <a href="https://dguv-kinderkinder.de/sprechen-statt-schlagen/" class="more-link"><span class="screen-reader-text">„Sprechen statt schlagen“ </span>weiterlesen</a></p>
<p>Der Beitrag <a href="https://dguv-kinderkinder.de/sprechen-statt-schlagen/">Sprechen statt schlagen</a> erschien zuerst auf <a href="https://dguv-kinderkinder.de">KinderKinder</a>.</p>
]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Heute sind&nbsp;alle Freudibold. Also glücklich und zufrieden. Aber die Kinder dürfen in&nbsp;der ASB-Kita „Sonnenland“ im Neuruppiner Ortsteil Wuthenow auch mal anders sein. Bibberbold, Heulibold oder sogar Zornibold. Wichtig ist, dass sie sich ihrer Gefühle bewusst werden und sie benennen können: Ich habe Angst (Bibberbold), ich bin traurig (Heulibold) oder ich ärgere mich (Zornibold).</p>
<p>Die vier Kobolde, deren Gesichter Erzieherin Birgit Zabel im Morgenkreis als Bilder auf dem Boden ausgebreitet hat, helfen den Kindern dabei. „Seht ihr jemanden, der traurig ist?“, fragt sie. Kami und Klara deuten auf Heulibold. „Ich zeige euch mal, wie ich aussehe, wenn ich traurig bin“, sagt Birgit Zabel und macht ein trauriges Gesicht. Elias ist das nicht genug. „Nein“, sagt er. „Wenn ich traurig bin, dann weine ich.“ Julian ergänzt: „Wenn ich weine, läuft meine Nase.“</p>
<figure id="attachment_3634" aria-describedby="caption-attachment-3634" style="width: 242px" class="wp-caption aligncenter"><img fetchpriority="high" decoding="async" class="wp-image-3634 size-medium" src="https://www.kinderkinder.dguv.de/wp-content/uploads/2022/07/sprechen_statt_schlagen_2-242x300.jpg" alt="" width="242" height="300" srcset="https://dguv-kinderkinder.de/wp-content/uploads/2022/07/sprechen_statt_schlagen_2-242x300.jpg 242w, https://dguv-kinderkinder.de/wp-content/uploads/2022/07/sprechen_statt_schlagen_2-768x953.jpg 768w, https://dguv-kinderkinder.de/wp-content/uploads/2022/07/sprechen_statt_schlagen_2-250x310.jpg 250w, https://dguv-kinderkinder.de/wp-content/uploads/2022/07/sprechen_statt_schlagen_2.jpg 1392w, https://dguv-kinderkinder.de/wp-content/uploads/2022/07/sprechen_statt_schlagen_2-263x326.jpg 263w, https://dguv-kinderkinder.de/wp-content/uploads/2022/07/sprechen_statt_schlagen_2-290x360.jpg 290w, https://dguv-kinderkinder.de/wp-content/uploads/2022/07/sprechen_statt_schlagen_2-580x720.jpg 580w, https://dguv-kinderkinder.de/wp-content/uploads/2022/07/sprechen_statt_schlagen_2-205x255.jpg 205w, https://dguv-kinderkinder.de/wp-content/uploads/2022/07/sprechen_statt_schlagen_2-238x295.jpg 238w, https://dguv-kinderkinder.de/wp-content/uploads/2022/07/sprechen_statt_schlagen_2-214x266.jpg 214w" sizes="(max-width: 242px) 85vw, 242px" /><figcaption id="caption-attachment-3634" class="wp-caption-text">Freudibold, Bibberbold, Heulibold und Zornibold – die Bilder der vier Kobolde liegen im Morgenkreis auf dem Boden.</figcaption></figure>
<p>Das Gespräch über Gefühle, es nimmt langsam Fahrt auf. Was ihnen helfe, wenn sie traurig seien, will die Erzieherin wissen. „Ein Stück Kuchen“, sagt Julian. Dann springt ihm Klara zur Seite: „Aber dir geht’s doch auch besser, wenn du ein Kuscheltier hast.“ Stimmt. Wobei es bei Julian ein Kuscheltuch ist. Aber das spielt ja keine Rolle. Hauptsache kuschelig. Und Hauptsache, man hat mal darüber geredet und sich in die anderen hineinversetzt.</p>
<p>&nbsp;</p>
<p style="font-weight: 400;"><div class="liste-kurzgesagt-rot"></p>
<h2 style="font-weight: 400;"><strong>KURZ GESAGT!</strong></h2>
<p style="font-weight: 400;">_Kinder früh emotional und sozial zu stärken, hilft ihnen im Umgang mit eigenen Gefühlen und den Gefühlen anderer</p>
<p style="font-weight: 400;">_Die Kompetenzen der Kinder stehen im Mittelpunkt, nicht die Defizite</p>
<p style="font-weight: 400;">_Augenhöhe mit den Kindern ist wichtig</p>
<p style="font-weight: 400;"></div></p>
<p>&nbsp;</p>
<h2>Respektvolle, gewaltfreie Atmosphäre ist Frage der Haltung</h2>
<p>„Zeigt mir mal, wie es aussieht, wenn ihr wütend seid“, fordert Birgit Zabel die Kinder auf. Sofort fangen sie an, Grimassen zu schneiden. Das sieht eher lustig aus, weil man den Kindern den Spaß anmerkt. Dann kommt Handpuppe Tom ins Spiel. „Ich bin ganz doll wütend – ein anderes Kind hat mir gestern mein Spielzeug weggenommen“, lässt die Erzieherin ihn sagen, um das Gespräch zu lenken. Toms Ärger darüber können alle nachvollziehen. Aber es geht ja auch darum, den Kindern beizubringen, mit solchen Situationen umzugehen. Das haben sie schon gut verinnerlicht. „Wenn wir&nbsp;etwas nicht wollen: Was machen wir?“, fragt Birgit Zabel. „Stopp!“, rufen die Kinder und untermalen das mit einer Geste. Sie strecken einen Arm aus, die Handfläche zeigt nach vorne. Dann sagen sie laut und deutlich: „Ich will das nicht!“ Sprechen statt schlagen.</p>
<figure id="attachment_3638" aria-describedby="caption-attachment-3638" style="width: 1392px" class="wp-caption alignnone"><img decoding="async" class="wp-image-3638 size-full" src="https://www.kinderkinder.dguv.de/wp-content/uploads/2022/07/AdobeStock_152224689.jpg" alt="" width="1392" height="700" srcset="https://dguv-kinderkinder.de/wp-content/uploads/2022/07/AdobeStock_152224689.jpg 1392w, https://dguv-kinderkinder.de/wp-content/uploads/2022/07/AdobeStock_152224689-300x151.jpg 300w, https://dguv-kinderkinder.de/wp-content/uploads/2022/07/AdobeStock_152224689-768x386.jpg 768w, https://dguv-kinderkinder.de/wp-content/uploads/2022/07/AdobeStock_152224689-250x126.jpg 250w, https://dguv-kinderkinder.de/wp-content/uploads/2022/07/AdobeStock_152224689-263x132.jpg 263w, https://dguv-kinderkinder.de/wp-content/uploads/2022/07/AdobeStock_152224689-716x360.jpg 716w, https://dguv-kinderkinder.de/wp-content/uploads/2022/07/AdobeStock_152224689-580x292.jpg 580w, https://dguv-kinderkinder.de/wp-content/uploads/2022/07/AdobeStock_152224689-379x191.jpg 379w, https://dguv-kinderkinder.de/wp-content/uploads/2022/07/AdobeStock_152224689-238x120.jpg 238w, https://dguv-kinderkinder.de/wp-content/uploads/2022/07/AdobeStock_152224689-214x108.jpg 214w" sizes="(max-width: 709px) 85vw, (max-width: 909px) 67vw, (max-width: 1362px) 62vw, 840px" /><figcaption id="caption-attachment-3638" class="wp-caption-text">Die Kinder bringen klar zum Ausdruck, wenn sie etwas nicht wollen. „Stopp!“, rufen sie und untermalen das mit einer Geste. „Ich will das nicht!“</figcaption></figure>
<p>Eine solch respektvolle, gewaltfreie Atmosphäre ist für den Träger und die Beschäftigten der Kita „Sonnenland“ eine Frage der Haltung. „Wir sind immer schon sehr wertschätzend miteinander und mit den Kindern umgegangen“, sagt Kitaleiterin Doreen Bohm. Bei der Suche nach neuen Ansätzen kam das Programm Papilio wie gerufen.</p>
<p>Papilio entwickelt und verbreitet pädagogische Methoden zur Gewalt- und Suchtprävention mithilfe zertifizierter Trainerinnen und Trainer. Wissenschaftlich fundiert in der Theorie, ganz nah an der Zielgruppe in der Praxis. Ziel des gemeinnützigen Unternehmens ist es, Kinder sozial und emotional zu stärken. „Damit sie später mit sich und ihren Gefühlen, mit anderen Menschen und mit schwierigen Situationen gut umgehen können“, fasst Doreen Bohm zusammen.</p>
<p>Der entwicklungsfördernde Ansatz von Papilio ist recht einfach erklärt: Nicht nur die Defizite der Kinder stehen im Fokus, sondern vor allem das, was sie können und mitbringen. Diese Kompetenzen werden gefördert. Im Kita-Alltag&nbsp;funktioniert das unter anderem mit drei spielerischen Maßnahmen für Drei- bis Sechsjährige, die entwicklungspsychologisch aufeinander aufbauen.</p>
<p><strong>1. Der Spielzeug­macht­-Ferien­-Tag</strong></p>
<p>Das Spielzeug wendet sich in einem Brief an die Kinder: Es möchte sich ausruhen. Diesen Wunsch verstehen die Kinder. An einem Tag in der Woche wird das Spielzeug daher nicht angerührt. „Ziel ist, dass die Kinder ihre Bedürfnisse erkennen und Spielideen entwickeln“, erklärt Papilio-Trainerin Ellen Martin. Außerdem brechen die immer gleichen Gruppen auf, die ansonsten zusammen Türme bauen, mit Puppen oder Bällen spielen. „Die Kinder sollen andere Spielfreunde ansprechen und kennenlernen“, sagt Ellen Martin.</p>
<p><strong>2. Paula und die Kistenkobolde</strong></p>
<p>Die Geschichte, für die in Kooperation mit der Augsburger Puppenkiste die vier Kobolde entworfen wurden, bringt den Kindern den Umgang mit den Primärgefühlen Freude, Angst, Trauer und Ärger näher. „Die Kinder lernen: Bei mir ist&nbsp;das so, bei anderen ist das so – und ich weiß, was ich tun kann“, sagt Ellen Martin. Also: die eigenen Gefühle erkennen und regulieren lernen sowie Einfühlungsvermögen für andere entwickeln.</p>
<p><strong>3. Das Meins­-deins-deins­-unser­-Spiel</strong></p>
<p>Das Einhalten von Regeln wird in ein Spiel verpackt. „Kinder wollen ab einem bestimmten Alter gern die Bestimmer sein. Und sie wollen in den Wettbewerb treten“, erläutert Ellen Martin. Also werden die Kinder in Gruppen eingeteilt und überlegen sich Preise: Bällebad, Spielplatzbesuch oder das Vorlesen eines Märchens im Stuhlkreis zum Beispiel. Das Spiel geht so: Wir teilen beim Malen die Stifte. Oder: Wir lassen uns im Stuhlkreis ausreden. Die Gruppe, die das am besten macht, darf am Ende darüber bestimmen, welcher Preis eingelöst wird – und zwar für alle.</p>
<p>Schon die unter Dreijährigen profitieren im „Sonnenland“ von Papilio. Für die Jüngsten geht es um das Entdecken des eigenen Seins und darum, Bindungen einzugehen, damit sie früh emotionale Sicherheit gewinnen. „Gerade im U3-Bereich sind wir Leuchttürme und Orientierungspunkte für die Kinder“, weiß Erzieherin Anette Drewes dabei um ihre Vorbildfunktion. Also achtet sie wie das gesamte Kitateam auch auf Kleinigkeiten. „Wir erklären: Ich bringe jetzt nur das Taschentuch zum Mülleimer“, gibt sie ein Beispiel. Damit die Kinder wissen: Die Erzieherin ist da, auch wenn ich sie mal für einen Augenblick nicht sehe. „Es ist wichtig, die Kinder bei allen Dingen miteinzubeziehen.“ Dadurch werde der Grundstein für stabile Beziehungen im Leben gelegt.</p>
<h2>Erzieherinnen haben auch an sich selbst Veränderungen festgestellt</h2>
<p>Mit einfühlsamem, wohlwollendem Blick versuchen sie im brandenburgischen Wuthenow, auf das Verhalten der Kinder einzugehen. Ein lautes „Jetzt reicht’s aber!“ wird man dort nicht hören. „Wenn wir uns auf die Ebene der Kinder einlassen und ‚erraten‘, was gerade ihr Problem ist, fühlen sie sich verstanden und hören dann auch auf zu schreien oder zu weinen“, hat Anette Drewes während ihrer Fortbildung beobachtet. „Die Kinder wirken gleich viel entspannter – auch wenn die Zweijährigen das noch nicht äußern können.“</p>
<p>Doreen Bohm ist nach Abschluss der Präventionsfortbildungen angetan: „Wir sind uns mit Papilio darüber bewusster geworden, dass alles, was wir tun – also zum Beispiel unsere Haltung und wie wir kommunizieren –, eine Wirkung auf unser Gegenüber hat. Wie die Erzieherinnen und Erzieher mit den Kindern kommunizieren, wie die Kinder untereinander kommunizieren, wie sie Gefühle ansprechen und gemeinsam auf Regeln achten – da ist eine positive Entwicklung zu erkennen.“ Gleichwohl geht es auch im „Sonnenland“ nicht ohne Schubsen, Kratzen und Hauen&nbsp;zu. Schließlich gehört das zur kindlichen Entwicklung. „Aber die Kinder haben Strategien entwickelt, solche Situationen zu bewältigen“, sagt die Kitaleiterin.</p>
<p>Die Erzieherinnen haben auch Veränderungen an sich selbst festgestellt: „Ich schaue genauer hin, wie ich die Kinder in ihrem Tun bestärken kann“, sagt Birgit Zabel. Statt des pauschalen „Das hast du toll gemacht“ erklärt sie den Kindern, was sie toll gemacht haben, und berücksichtigt dabei deren Entwicklungsstand. Hat die Sechsjährige das ganze Blatt ausgenutzt und beim Ausmalen darauf geachtet, nicht über die Linien zu malen? Das hast du gut gemacht! Hat der Dreijährige zum ersten Mal allein den Reißverschluss zugemacht? Du kannst stolz auf dich sein!</p>
<p>Zu guter Letzt hat sich auch das Verhalten der Erzieherinnen untereinander verändert. „Papilio verändert die eigene Einstellung zu Menschen. Wir haben mehr über uns selbst und über die Kollegen erfahren, das hat uns als Team zusammengeschweißt“, sagt Birgit Zabel. Und das, obwohl das Präventionsprogramm den Erzieherinnen viel abverlangt, wenn sie sich ihren Umgang mit den Kindern gegenseitig spiegeln müssen. „Dafür muss man offen sein“, weiß Papilio-Trainerin Ellen Martin, der das ehrliche Miteinander und der Zusammenhalt im „Sonnenland“ großen Respekt abnötigen. „Wenn die Erzieherinnen im Team pädagogisch und menschlich auf einer Wellenlänge liegen, funktioniert es auch mit den Kindern. Das habe ich hier sofort gespürt und erlebt.“</p>
<p>In der Kita „Sonnenland“ sind die Kinder deshalb meistens Freudibold. Aber sie haben auch gelernt, wie sie damit umgehen können, wenn der innere Zornibold in ihnen aufsteigt: Stopp – Gewalt ist keine Lösung!</p>
<p>&nbsp;</p>
<p style="font-weight: 400;"><div class="box-infos-green"></p>
<h2 style="font-weight: 400; text-align: center;">ÜBER PAPILIO</h2>
<p style="text-align: center;">Die Fortbildung mit „Papilio-3bis6“ umfasst acht Fortbildungstage, die sich über einen Zeitraum von eineinhalb bis zwei Jahren erstrecken und die entweder als Inhouse-Schulung für das gesamte Kitateam oder in Form gemischter Kurse mit Teilnehmenden aus verschiedenen Kitas stattfinden. Kitas können gemäß Präventionsgesetz (§ 20a SGB V) eine Förderung ihrer Fortbildung bei einer Krankenkasse beantragen. BARMER und Techniker Krankenkasse übernehmen beispielsweise den Großteil der anfallenden Kosten. Auch für die Fortbildung mit dem Programm „Papilio-U3“, die etwa ein Jahr dauert, ist eine Förderung möglich.</p>
<p style="text-align: center;">Weitere Infos: <a href="https://www.papilio.de" target="_blank" rel="noopener">www.papilio.de</a></div></p>
<p>&nbsp;</p>
<p style="font-weight: 400;"><div class="box-infos-green"></p>
<h2 style="font-weight: 400;">Programme zur Gewaltprävention</h2>
<p>Neben Papilio gibt es eine Reihe weiterer Programme zur<br />
Stärkung sozial-emotionaler Kompetenzen und zur Gewaltprävention. Eine Auswahl:</p>
<p>&nbsp;</p>
<ul>
<li>„Kindergarten plus“, ein Projekt der Deutschen Liga&nbsp;für das Kind<br />
<a href="https://kindergartenplus.de" target="_blank" rel="noopener">www.kindergartenplus.de</a></li>
<li>„Ich kann Probleme lösen (IKPL)“, ein Programm für Kitas im Rahmen des durch das Bundesfamilienministerium geföderten Projekts EFFEKT (Entwicklungs-Förderung in Familien: Eltern- und Kinder-Training)<br />
<a href="https://www.effekt-training.de/ikpl" target="_blank" rel="noopener">www.effekt-training.de/ikpl</a></li>
<li>„Faustlos“, ein Programm des Heidelberger Präventionszentrums (HPZ)<br />
<a href="https://www.h-p-z.de/faustlos-kindergarten/" target="_blank" rel="noopener">www.h-p-z.de/faustlos-kindergarten</a></li>
</ul>
<p style="font-weight: 400;"></div></p>
<p>Der Beitrag <a href="https://dguv-kinderkinder.de/sprechen-statt-schlagen/">Sprechen statt schlagen</a> erschien zuerst auf <a href="https://dguv-kinderkinder.de">KinderKinder</a>.</p>
]]></content:encoded>
					
		
		
			</item>
		<item>
		<title>Agieren statt reagieren</title>
		<link>https://dguv-kinderkinder.de/agieren-statt-reagieren/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Stephanie Böcking]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 02 Aug 2022 10:04:29 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[03/2022]]></category>
		<category><![CDATA[Allgemein]]></category>
		<category><![CDATA[Ausgabe]]></category>
		<category><![CDATA[Ausgabennummer]]></category>
		<category><![CDATA[News]]></category>
		<category><![CDATA[News-Kategorien]]></category>
		<category><![CDATA[Titelthema]]></category>
		<category><![CDATA[Entwicklungsförderung]]></category>
		<category><![CDATA[Entwicklungspsychologie]]></category>
		<category><![CDATA[Gewaltprävention]]></category>
		<category><![CDATA[Verhaltensauffälligkeit]]></category>
		<category><![CDATA[Verhaltensdefizit]]></category>
		<category><![CDATA[Verhaltensexzess]]></category>
		<category><![CDATA[Verhaltenstörung]]></category>
		<guid isPermaLink="false">https://www.kinderkinder.dguv.de/?p=3650</guid>

					<description><![CDATA[<p>Kinder dürfen&#160;ruhig mal traurig sein, mal aufgedreht – und auch mal aggressiv. Sie lernen so, sich selbst zu behaupten&#160;und Grenzen zu setzen. Das ist Teil ihrer Entwicklung. „Erst wenn sich das Verhalten eines Kindes über einen längeren Zeitraum oder in besonders starker Ausprägung vom Verhalten Gleichaltriger unterscheidet, kann man überlegen, von einer Verhaltensauffälligkeit zu sprechen“, &#8230; <a href="https://dguv-kinderkinder.de/agieren-statt-reagieren/" class="more-link"><span class="screen-reader-text">„Agieren statt reagieren“ </span>weiterlesen</a></p>
<p>Der Beitrag <a href="https://dguv-kinderkinder.de/agieren-statt-reagieren/">Agieren statt reagieren</a> erschien zuerst auf <a href="https://dguv-kinderkinder.de">KinderKinder</a>.</p>
]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Kinder dürfen&nbsp;ruhig mal traurig sein, mal aufgedreht – und auch mal aggressiv. Sie lernen so, sich selbst zu behaupten&nbsp;und Grenzen zu setzen. Das ist Teil ihrer Entwicklung. „Erst wenn sich das Verhalten eines Kindes über einen längeren Zeitraum oder in besonders starker Ausprägung vom Verhalten Gleichaltriger unterscheidet, kann man überlegen, von einer Verhaltensauffälligkeit zu sprechen“, sagt der Entwicklungspsychologe Herbert Scheithauer.</p>
<p>&nbsp;</p>
<p style="font-weight: 400;"><div class="liste-kurzgesagt-rot"></p>
<h2 style="font-weight: 400;"><strong>KURZ GESAGT!</strong></h2>
<p style="font-weight: 400;">_Ursachen für auffälliges Verhalten herausfinden</p>
<p style="font-weight: 400;">_Negatives Verhalten nicht durch Aufmerksamkeit verstärken</p>
<p style="font-weight: 400;">_Entwicklungsstand und Kontext sind wichtig</p>
<p style="font-weight: 400;"></div></p>
<p>&nbsp;</p>
<h2>Auffälligkeit oder Temperament?</h2>
<p>Doch auch in diesem Fall sollten Erzieherinnen und Erzieher noch zwei wichtige Aspekte bedenken. Erstens: Stimmt meine Wahrnehmung? Verhaltensauffälligkeiten würden gelegentlich mit Temperamentsunterschieden verwechselt, weiß Scheithauer. So könne etwa eine ruhige Erzieherin das Verhalten eines sehr lebhaften Kindes leicht als problematisch wahrnehmen. Zweitens: Auch Kinder derselben Altersgruppe können sehr unterschiedlich sein in ihren Wesenszügen und den Kompetenzen, die sie mitbringen. „Das muss keine Verhaltensauffälligkeit sein“, betont der Professor der Freien Universität Berlin. „Es kann sein, dass das eine Kind in seiner sozialen und emotionalen Entwicklung noch nicht so weit ist wie das andere.“</p>
<p>Erzieherinnen und Erzieher sollten versuchen, die Ursachen für das problematische Verhalten herauszufinden. In der Regel wissen sie, ob das Haustier gestorben ist, ein Brüderchen geboren wurde oder die Eltern gerade Streit haben. Das Risiko von auffälligem, aggressivem Verhalten ist vor diesem Hintergrund erhöht. Aber es sollte sich bald wieder einrenken.</p>
<p>Anders gelagert ist der Fall, wenn Kinder bereits aggressives Verhalten erlernt haben, etwa durch Modelle in der Familie oder in den Medien. „Ein Elternteil schreit häufig und setzt&nbsp;durch dieses aggressive Verhalten seine Ziele durch“, veranschaulicht Scheithauer exemplarisch. „Das Kind lernt: So erreiche ich, was ich will. Und so verhält es sich dann auch in der Kita.“ Was bei diesen Kindern helfen kann: in diesem Moment nicht auf das unangemessene Verhalten eingehen. Sonst lernt das Kind, dass es tatsächlich Aufmerksamkeit bekommt, wenn es schreit, tobt, Quatsch oder Krach macht – selbst wenn die Aufmerksamkeit aus Ermahnungen&nbsp;besteht. Das negative Verhalten wird somit noch verstärkt. Stattdessen sollten sich die Fachkräfte dem Kind dann zuwenden, wenn es sich nicht mehr unangemessen oder sogar positiv verhält: „Toll, Jochen, was du da mit Lego baust! Das sieht wirklich schön aus“, nennt Scheithauer ein Beispiel.</p>
<p>Überhaupt blühen Kinder regelrecht auf, wenn sie angemessen Lob erhalten. Haben Kinder positives, prosoziales Verhalten gezeigt, sollte das Kitapersonal ihnen das auch sagen. „Jochen, das hast du toll gemacht, dass du den Bauklotz abgegeben hast. Guck mal, wie Jacqueline sich freut, dass sie jetzt mitspielen kann“, veranschaulicht Scheithauer. „Auf längere Sicht habe ich dadurch viel dafür getan, dass sich seltener aggressives Verhalten zeigt.“</p>
<h2>Zum Nachdenken und Nachfühlen anregen</h2>
<p>Wird ein Kind gegenüber anderen aggressiv, hilft es, ihm die Auswirkungen seines Verhaltens zu verdeutlichen und es zum Nachdenken anzuregen. Scheithauer: „Jochen, wenn du ihr den Bauklotz wegnimmst: Was meinst du, wie Jacqueline sich dabei fühlt? Wie würdest du dich fühlen?“ Dafür müssen die Kinder in der Lage sein, ihr eigenes Verhalten regulieren und sich in andere hineinversetzen zu können. Eine Frage des Alters und des Entwicklungsstandes sowie des Kontextes.</p>
<p>Zum Kontext gehört auch, die Wahrnehmung und Bedürfnisse der Kinder einer Gruppe im Blick zu haben und auszutarieren. Ein sehr lebhaftes Kind in einer sehr ruhigen Gruppe oder zwei sehr&nbsp;lebhafte Kinder in derselben Gruppe – beides könnte problematisch werden. „Als Erzieherin muss ich sehr feinfühlig sein und die Kinder auf eine Ebene bringen“, sagt Scheithauer.</p>
<p>Das funktioniert über klare Regeln, die in der Kita aber nicht starr festgelegt sein, sondern für die Entwicklung genutzt werden sollten. Beispiel Bauklötze: Nicht alle können immer damit spielen. Jochen hätte zwar Lust darauf, wäre aber eigentlich nicht dran. „Jochen ist heute traurig. Wollen wir ihm nicht einen Bauklotz abgeben?“, beschreibt Scheithauer ein Szenario. Gesagt, getan. „Und dann erleben Kinder etwas total Schönes im zwischenmenschlichen Bereich.“</p>
<p>Die Kinder mit proaktivem Verhalten zu erreichen, ist für Herbert Scheithauer der Schlüssel für einen wertschätzenden Umgang miteinander: „Dann werde ich in Zukunft mit geringerer Wahrscheinlichkeit aggressives Verhalten erleben.“</p>
<p>&nbsp;</p>
<p style="font-weight: 400;"><div class="box-infos-green"></p>
<h2 style="font-weight: 400; text-align: center;">Verhaltensauffälligkeiten</h2>
<ul>
<li><strong>Verhaltensdefizit:</strong> Kinder sind sehr ruhig und emotional gehemmt. Sie haben&nbsp;beispielsweise Ängste, sind sehr schüchtern und ziehen sich zurück.</li>
<li><strong>Verhaltensexzess:</strong> Kinder zeigen hyperaktives oder aggressives Verhalten in hoher&nbsp;Frequenz und sehr intensiv. Sie sind beispielsweise leicht ablenkbar oder impulsiv, sie schlagen und treten andere oder beschädigen Gegenstände.</li>
<li><strong>Verhaltensstörung:</strong> Kinder zeigen konstant über einen langen Zeitraum ein Bündel negativer Verhaltensweisen. Sie sind beispielsweise sehr egoistisch, können sich nicht gut in andere hineinversetzen und sind unsensibel gegenüber Gefühlen anderer, ihnen fehlt es an Schuldbewusstsein, sie deuten das Verhalten anderer falsch und reagieren darauf mit Gewalt, sie drangsalieren andere oder quälen Tiere.</li>
</ul>
<p>Bei einigen Kindern lässt sich mit erzieherischen Maßnahmen nichts mehr bewirken, sodass ein Kinder- und Jugendpsychologe hinzugezogen werden sollte. Ist ein Kind gegenüber anderen über einen längeren Zeitraum aggressiv und gewalttätig, sollte die Kita das Gespräch mit den Eltern suchen.</p>
<p style="font-weight: 400;"></div></p>
<p>&nbsp;</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://dguv-kinderkinder.de/agieren-statt-reagieren/">Agieren statt reagieren</a> erschien zuerst auf <a href="https://dguv-kinderkinder.de">KinderKinder</a>.</p>
]]></content:encoded>
					
		
		
			</item>
		<item>
		<title>Hinsehen, ernst nehmen, angehen</title>
		<link>https://dguv-kinderkinder.de/hinsehen-ernst-nehmen-angehen/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Stephanie Böcking]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 02 Aug 2022 10:04:48 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[03/2022]]></category>
		<category><![CDATA[Ausgabe]]></category>
		<category><![CDATA[Ausgabennummer]]></category>
		<category><![CDATA[Gute Praxis]]></category>
		<category><![CDATA[News-Kategorien]]></category>
		<category><![CDATA[Titelthema]]></category>
		<category><![CDATA[Gewalt gegen Kinder]]></category>
		<category><![CDATA[Gewaltschutzkonzept]]></category>
		<category><![CDATA[Kinderrechte]]></category>
		<category><![CDATA[Kinderschutz]]></category>
		<category><![CDATA[Kita]]></category>
		<guid isPermaLink="false">https://www.kinderkinder.dguv.de/?p=3662</guid>

					<description><![CDATA[<p>Die&#160;Krippengruppe ist gerade im Aufbruch. Das Fertigmachen der Kleinen hat Zeit und&#160;Nerven gekostet, aber jetzt sind alle bereit. Da bemerkt die Erzieherin, dass Paul eine volle Windel hat. Also führt sie den Kleinen seufzend zum Wickelbereich und macht ihn sauber. Als sie mit Paul zurück zu den anderen kommt, sagt die Erzieherin laut: „So, hier &#8230; <a href="https://dguv-kinderkinder.de/hinsehen-ernst-nehmen-angehen/" class="more-link"><span class="screen-reader-text">„Hinsehen, ernst nehmen, angehen“ </span>weiterlesen</a></p>
<p>Der Beitrag <a href="https://dguv-kinderkinder.de/hinsehen-ernst-nehmen-angehen/">Hinsehen, ernst nehmen, angehen</a> erschien zuerst auf <a href="https://dguv-kinderkinder.de">KinderKinder</a>.</p>
]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Die&nbsp;Krippengruppe ist gerade im Aufbruch. Das Fertigmachen der Kleinen hat Zeit und&nbsp;Nerven gekostet, aber jetzt sind alle bereit. Da bemerkt die Erzieherin, dass Paul eine volle Windel hat. Also führt sie den Kleinen seufzend zum Wickelbereich und macht ihn sauber. Als sie mit Paul zurück zu den anderen kommt, sagt die Erzieherin laut: „So, hier ist er wieder, der kleine Hosenscheißer, wegen dem ihr alle so lange warten musstet!“</p>
<p>Diese Szene schildert der Kinderrechtsexperte Jörg Maywald. „Das ist Gewalt“, sagt er, „dem Kind wird hier ein Schaden zugefügt, indem die Erzieherin es zutiefst beschämt. Es wird eindeutig eine Grenze überschritten.“ Doch wo genau verläuft diese Grenze? Welches Verhalten gegenüber Kindern ist gewaltvoll und verletzend? Maywald sieht da geringe Interpretationsspielräume. Gewalt gegen Kinder heißt für ihn im Sinne der UN-Kinderrechtskonvention zum Beispiel, sie demütigen, auslachen, ausgrenzen, nicht trösten, ignorieren und bedrohen, aber auch körperliche Nähe und Distanz nicht ausbalancieren, sie schubsen, zum Essen, Schlafen oder Toilettengang zwingen, fixieren, ungefragt streicheln oder sie nicht angemessen beaufsichtigen. „In jeder Kindertagesstätte gibt es derlei Fehlverhalten und Gewalt durch pädagogische Fachkräfte“, macht Maywald klar. Wichtig sei, sich dieser Tatsache zu stellen und Vorfälle nicht zu banalisieren.</p>
<p style="font-weight: 400;"><div class="liste-kurzgesagt-rot"></p>
<h2 style="font-weight: 400;">KURZ GESAGT!</h2>
<p style="font-weight: 400;">_Gewalt gegen Kinder hat mehrere Ursachen</p>
<p style="font-weight: 400;">_Gewaltschutzkonzepte bieten allen Orientierung und Sicherheit</p>
<p style="font-weight: 400;">_Kitaleitung ist in der Pflicht</p>
<p style="font-weight: 400;"></div></p>
<p>Aber wie kommt es zu solchem Fehlverhalten? „Etwa 30 Prozent der Prozessqualität im Umgang mit Kindern lassen sich laut NUBBEK-Studie (<a href="https://www.dji.de/ueber-uns/projekte/projekte/nationale-untersuchung-zur-bildung-betreuung-und-erziehung-in-der-fruehen-kindheit-nubbek.html" target="_blank" rel="noopener">www.dji.de/nubbek</a>) auf strukturelle Faktoren zurückführen, der überwiegende Teil aber nicht“, sagt Maywald. Flapsig gesprochen hieße das, dass es sehr gut ausgestattete Einrichtungen gebe, die schlecht arbeiteten, während mangelhaft ausgestattete Einrichtungen hervorragende pädagogische Arbeit leisteten. „Selbst wenn nächsten Monat ein Geldsegen auf die Kitas niederginge, hätten wir damit die Probleme nicht gelöst.“</p>
<p>Maywald macht weitere wichtige Ursachen für individuelles Fehlverhalten aus: die Biografie einer pädagogischen Fachkraft inklusive ihrer Erziehungsvorstellungen, die Situation im Team sowie Defizite in der Ausbildung.</p>
<p>Erstaunlicherweise sind institutioneller Kinderschutz, Kinderrechte und feinfühliges Verhalten gegenüber Kindern nicht überall Teil des Ausbildungscurriculums. „Sehr viele Fachkräfte, die schon seit Jahren im Berufsleben sind, haben in ihrer Ausbildung nie etwas darüber gelernt.“ Der Experte sieht hier großen Nachholbedarf. Eine gute Möglichkeit für das gesamte Team sei dazu die Erarbeitung eines Gewalt- und Kinderschutzkonzepts. „Schutzkonzepte bieten den pädagogischen Fachkräften einen Zuwachs an Orientierung und Handlungssicherheit“, ist Maywald überzeugt (siehe <a href="https://www.kinderkinder.dguv.de/maywald" target="_blank" rel="noopener">Interview</a>).</p>
<h2>Die Kita­-Leitung ist in der Pflicht</h2>
<p>Bei Fachkräften besteht häufig eine große Unsicherheit, wenn sie etwa Situationen beobachten, in denen es nach ihrem Empfinden zu Fehlverhalten von Kolleginnen oder Kollegen gegenüber Kindern kommt. Was ist dann zu tun, wie reagieren? Ein Schutzkonzept legt für pädagogische Schlüsselsituationen Fachstandards fest, die definieren, was angemessen ist, wann eine Grenze überschritten wird und wie eine Einrichtung damit umgeht. Komme es zu einer Grenzüberschreitung, so empfiehlt Jörg Maywald, könne die Fachkraft die Kollegin im Anschluss an die Situation in Ruhe darauf ansprechen und ihren Eindruck in Ich-Botschaften schildern. Oft führe der kollegiale Austausch schon dazu, dass die Fachkraft sich einsichtig zeige.</p>
<p>„Manchmal kommt eine solche Kritik aber nicht gut an und es wird konfrontativ. Dann ist es Leitungsaufgabe, eine Klärung herbeizuführen. Sie ist in der Verantwortung: sowohl für den Kinderschutz als auch für die Mitarbeiterfürsorge, damit niemand zu Unrecht beschuldigt wird.“ Die Leitung hat die Verpflichtung, Fälle von Beeinträchtigungen des Kindeswohls dem Träger zu melden, der wiederum eine Meldepflicht an das Landesjugendamt hat. „Somit kann es nicht nur ein Angebot der Leitung an das Team sein, solche Situationen bei ihr zur Sprache zu bringen, sondern eine Aufforderung“, verdeutlicht Jörg Maywald und betont, dass dies keineswegs als „Anschwärzen“ misszuverstehen sei. „Es geht nicht in erster Linie um Sanktionen, sondern darum, besser zu werden und sich dem Ideal der gewaltfreien Erziehung immer weiter anzunähern.“ Für das Beispiel vom Anfang hieße das etwa, dass die Erzieherin versteht, dass ihr Verhalten den Jungen verletzt hat, sie sich bei Paul aufrichtig entschuldigt und der Vorfall im Team aufgearbeitet wird.</p>
<p>Fehlverhalten gegenüber Kindern kommt vor. In jeder einzelnen Einrichtung. Deshalb gelte es, so der Kinderrechtler, zum Schutz der Kinder die entsprechenden professionellen Vorkehrungen zu treffen.</p>
<p>&nbsp;</p>
<p style="font-weight: 400;"><div class="box-checkliste-rot"></p>
<h2 style="font-weight: 400; text-align: center;">Gewalt gegen Kinder im Sinne der Kinderrechte</h2>
<ul>
<li><strong>psychische / emotionale Misshandlung<br />
</strong>(z. B. Anschreien, Demütigen, Liebesentzug)</li>
<li><strong>körperliche Misshandlung<br />
</strong>(z. B. Schlagen, Schütteln, Fixieren)</li>
<li><strong>sexualisierte Gewalt, Vernachlässigung<br />
</strong>(das Ignorieren grundlegender körperlicher und seelischer Bedürfnisse)</li>
</ul>
<p style="text-align: left;"><strong>Mehr Infos bei UNICEF: <a href="https://www.unicef.de/informieren/aktuelles/gewalt-gegen-kinder-beenden/was-ist-gewalt-fragen-und-antworten" target="_blank" rel="noopener">www.kurzelinks.de/unicef-was-ist-gewalt </a></strong></p>
<p style="font-weight: 400;"></div></p>
<p>Der Beitrag <a href="https://dguv-kinderkinder.de/hinsehen-ernst-nehmen-angehen/">Hinsehen, ernst nehmen, angehen</a> erschien zuerst auf <a href="https://dguv-kinderkinder.de">KinderKinder</a>.</p>
]]></content:encoded>
					
		
		
			</item>
		<item>
		<title>&#8222;Schutzkonzepte sind eine große Bereicherung&#8220;</title>
		<link>https://dguv-kinderkinder.de/maywald/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Stefanie Richter]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 14 Jul 2022 09:22:50 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[03/2022]]></category>
		<category><![CDATA[Allgemein]]></category>
		<category><![CDATA[Ausgabe]]></category>
		<category><![CDATA[Titelthema]]></category>
		<category><![CDATA[Gewalt gegen Kinder]]></category>
		<category><![CDATA[Gewaltprävention]]></category>
		<category><![CDATA[Gewaltschutzkonzept]]></category>
		<category><![CDATA[Interview]]></category>
		<category><![CDATA[Schutzkonzepte]]></category>
		<category><![CDATA[Tabu]]></category>
		<guid isPermaLink="false">https://www.kinderkinder.dguv.de/?p=3550</guid>

					<description><![CDATA[<p>Herr Professor Maywald, manche Fachkräfte und Kita-Weiterbildner*innen vermeiden das Wort Gewalt, wenn von Fehlverhalten gegenüber Kindern gesprochen wird und bevorzugen beispielsweise „verletzendes Verhalten“. Ihr Argument: Gewalt impliziert zum einen Absicht, zum anderen schreckt es ab. Ist das Thema wirklich noch so ein Tabu, dass man nicht offen darüber sprechen kann? Ich würde mich nicht dafür &#8230; <a href="https://dguv-kinderkinder.de/maywald/" class="more-link"><span class="screen-reader-text">„&#8222;Schutzkonzepte sind eine große Bereicherung&#8220;“ </span>weiterlesen</a></p>
<p>Der Beitrag <a href="https://dguv-kinderkinder.de/maywald/">&#8222;Schutzkonzepte sind eine große Bereicherung&#8220;</a> erschien zuerst auf <a href="https://dguv-kinderkinder.de">KinderKinder</a>.</p>
]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<!-- div class="rechte-spalte"></p>
<p><strong><img decoding="async" class="aligncenter" src="https://www.kinderkinder.dguv.de/wp-content/uploads/2022/07/maywald.png" width="200" height="200"></strong></p>
<p><sup><strong>Prof. Dr. Jörg Mayw</strong></sup><sup><strong>ald</strong> war&nbsp;</sup><sup> viele Jahre Geschäftsführer der Deutschen Liga für das Kind.</sup><br />
<sup>Seit 2002 ist er Sprecher der National Coalition Deutschland – Netzwerk zur Umsetzung der</sup><br />
<sup>UN-Kin</sup><sup>derrechtsk</sup><sup>onvention, seit 2011 Honorarprofessor an der Fachhochschule Potsdam.</sup></p>
<p></div -->

<h3><strong>Herr Professor Maywald, manche Fachkräfte und Kita-Weiterbildner*innen vermeiden das Wort Gewalt, wenn von Fehlverhalten gegenüber Kindern gesprochen wird und bevorzugen beispielsweise „verletzendes Verhalten“. Ihr Argument: Gewalt impliziert zum einen Absicht, zum anderen schreckt es ab. Ist das Thema wirklich noch so ein Tabu, dass man nicht offen darüber sprechen kann?</strong></h3>
<p>Ich würde mich nicht dafür aussprechen, hier sprachlich zu unterscheiden, denn dann kommen wir schnell in schwierige Diskussionen und man könnte sich dem Vorwurf aussetzen, dass unterschiedliche Maßstäbe angesetzt werden. Auch denke ich nicht, dass das Thema noch immer ein Tabu ist. Seit etwa zehn Jahren ist das überwunden, seit die schweren Missbrauchsfälle bekannt geworden sind. Solch schwere Fälle von Gewalt gegen Kinder sind glücklicherweise in Kitas selten. Aber es gibt andere häufige Formen, vor allem seelische Gewalt.</p>
<h3><strong>Eine Analyse von ca. 10.000 Datensätzen&nbsp; aus Beobachtungsstudien im Projektnetz <a href="http://www.fallarchiv.uni-kassel.de/projektdaten-intakt/" target="_blank" rel="noopener">INTAKT </a></strong><strong>ergab, dass etwa ein Viertel der Interaktionen zwischen pädagogischen Fachkräften und Kindern als verletzend oder ambivalent zu charakterisieren sind. Eine riesige Zahl. Aber wie kommt es dazu? </strong></h3>
<p>Soviel vorweg: Es sind nicht allein strukturelle Ursachen. Die<a href="https://www.nifbe.de/pdf_show.php?id=117" target="_blank" rel="noopener"> NUBBEK-Studie von 2013&nbsp;</a> gibt einen interessanten Einblick. Man untersuchte den Einfluss der Strukturqualität auf die Prozessqualität – also inwiefern beeinflussen schlechte Rahmenbedingen – wie ungünstiger Personalschlüssel, schlechte Räumlichkeiten, zu große Gruppen – die Prozessqualität? Das Ergebnis: zu 30 Prozent. Zu 30 Prozent lassen sich Fehlverhalten und Gewalt auf strukturelle Mängel zurückführen. Der überwiegende Teil aber nicht. 30 Prozent sind nicht wenig und natürlich müssen wir an den Verbesserungen der Strukturen arbeiten, also, dass das System Kita angemessen finanziert wird usw. Aber es gibt eben noch eine Vielzahl anderer Dinge die eine Rolle spielen.</p>
<h3><strong>Welche Ursachen sehen Sie noch?</strong></h3>
<p>Individuelles Fehlverhalten erfolgt sehr häufig vor dem Hintergrund <strong>biografischer</strong>, <strong>negativer Erfahrungen</strong>. Was aber nicht bedeutet, dass Menschen, die beispielsweise belastende Erfahrungen in ihrer Kindheit gemacht haben, diese Erfahrungen an eigene Kinder und im beruflichen Kontext weitergeben <em>müssen</em>. Wenn jedoch diese negativen Erfahrungen nicht verarbeitet worden sind, sie nicht angesehen und eingeordnet wurden, dann gibt es ein Risiko der Wiederholung, auch über die Generationen hinweg.</p>
<p>Auch nicht unwichtig als Ursache für Fehlverhalten und Gewalt ist die <strong>Situation im Team:</strong> Nimmt das Team auch auf Belastungen Einzelner Rücksicht? Sind die Mitglieder in der Lage zu sagen: „Ich übernehme jetzt mal, offensichtlich wird es hier gerade schwierig“? Ist es ein Klima, wo man solidarisch ist, wo Transparenz herrscht und offen kommuniziert wird und nicht etwa ein Klima des Misstrauens? Da spielt auch die Leitung eine große Rolle.</p>
<p>Ein dritter Punkt sind <strong>Ausbildung und Fortbildung</strong>. Bis vor wenigen Jahren hat das Thema in der Tat keine große Rolle in der Ausbildung gespielt. Pädagogische Fachkräfte, die schon länger im Beruf sind, haben zu institutionellem Kinderschutz und Fehlverhalten in ihrer Ausbildung kaum etwas gelernt. Seit einiger Zeit gibt es in dem Bereich vermehrt Fortbildungen, wir müssen da aber noch deutlich besser werden.</p>
<p>Es spielt auch eine Rolle, ob die Kita ein <strong>Schutzkonzept</strong> hat oder nicht. Es gibt bereits seit vielen Jahren die Forderung des <a href="https://www.bmfsfj.de/bmfsfj/ministerium/behoerden-beauftragte-beiraete-gremien/unabhaengiger-beauftragter" target="_blank" rel="noopener">Unabhängigen Beauftragten für Fragen des sexuellen Kindesmissbrauchs</a> nach Schutzkonzepten für jede Einrichtung, für jede Kita. Damals ging vor allem um sexualisierte Gewalt. Aber heute fasst man das weiter, es geht um alle Formen von Gewalt gegen Kinder. Und seit Juni 2021 ist es sogar eine gesetzliche Vorgabe. Durch das <a href="https://www.bmfsfj.de/bmfsfj/service/gesetze/neues-kinder-und-jugendstaerkungsgesetz-162860" target="_blank" rel="noopener">Kinder- und Jugendstärkungsgeset</a>z gab es eine Änderung des Paragrafen 45 des Kinder- und Jugendhilfegesetzes (SGB VIII).</p>
<h3><strong>Kommt es durch eine pädagogische Fachkraft zu einem Fehlverhalten empfehlen Sie, die Person solle sich beim Kind entschuldigen. Wie sieht so eine Entschuldigung aus?</strong></h3>
<p>Eine Form der Wiedergutmachung ist bedeutsamer als die reine verbale Entschuldigung, die ja manchmal nur eine Floskel ist. Eine Fachkraft sollte sich bewusst machen, dass bei dem Kind ein Schaden entstanden ist, meistens ein seelischer Schaden. Und wenn ein Schaden entstanden ist, geht es nun einmal auch um Wiedergutmachung. Die Entschuldigung kann ein Teil dessen sein. Den Schaden zu erkennen gelingt nur, wenn die Fachkraft in der Lage ist, sich in das Kind hineinzuversetzen. Manchmal merkt die Fachkraft selbst sofort, dass sie etwas Unangemessenes gesagt oder getan hat und sie erschrickt sich darüber. Dann kann sie unmittelbar das Kind ansprechen und zugeben, dass das gerade nicht gut war und später in einer ruhigen Situation nochmal erklären, was da schief gelaufen ist. Merkt sie es nicht, sollte sie kollegial darauf angesprochen werden.</p>
<h3><strong>Wenn keine Einsicht zu erwarten ist, was dann?</strong></h3>
<p>Dann muss es Leitungsaufgabe sein, eine Klärung herbeizuführen. Die Leitung muss gegenüber den Beschäftigten sehr klar kommunizieren: „Solltet ihr kritische Situationen kollegial nicht schnell regeln können, dann <em>muss</em> ich davon wissen, das ist meine Aufgabe. Das ist kein Petzen. Ich bin verantwortlich für den Kinderschutz und auch für die Mitarbeiterfürsorge, damit niemand falsch beschuldigt oder im Team beschämt wird.“</p>
<p>In Einzelfällen kann es auch zu arbeitsrechtlichen Konsequenzen führen. Das liegt unter anderem daran, dass rein rechtlich die Erwartung, die wir an pädagogische Fachkräfte haben, höher ist als die, die wir an Eltern haben. Bei Eltern liegt die Eingriffsschwelle bei Kindeswohlgefährdung, das heißt, wenn die Eltern im Falle einer Gefährdung nicht bereit sind, Hilfen anzunehmen, dann kann und muss auch gegen ihren Willen eigegriffen werden. Bei Fachkräften liegt diese Schwelle niedriger, nicht erst bei Kindeswohlgefährdung, sondern bei der<a href="https://www.bundestag.de/resource/blob/794610/4f00064cd4e3bdbfd7679d593aa02b4c/WD-9-039-20-pdf-data.pdf" target="_blank" rel="noopener"> Beeinträchtigung des Kindeswohls</a>.</p>
<p>Die Leitung hat die Verpflichtung, alle Fälle von Beeinträchtigungen des Kindeswohls dem Träger zu melden, der wiederum eine Meldepflicht gegenüber der Aufsichtsbehörde, zumeist dem Landesjugendamt hat.</p>
<h3><strong>Was tun, wenn eine Kitaleitung Teil des Problems ist, entweder auf Hinweise aus dem Team nicht eingeht oder sogar selbst Kinder nicht empathisch behandelt? Welche Möglichkeiten hat ein Team?</strong></h3>
<p>Das ist in der Tat schwierig, vor allem weil die Leitung ja auch eine Machtposition gegenüber den Mitgliedern des Teams hat. Hinzu kommt oft, dass es eine Spaltung im Team gibt. Ein Teil hält zur Leitung und verteidigt ihr Vorgehen, ein anderer kann es kaum aushalten. Im Sinne einer guten Kollegialität sollte dann von Seiten des Teams die Leitung darauf angesprochen werden. Es ist gut, hier eine Sprecherin oder einen Sprecher zu benennen, damit deutlich wird, dass es keine individuelle Kritik ist. Ist die Leitung anderer Meinung, aber professionell, würde sie eine dritte Partei vorschlagen, die vermittelt, etwa eine Fachberatung. Ist die Leitung uneinsichtig und streitet alles ab, bleibt dem Team nichts übrig, als den Träger einzuschalten.</p>
<p>Nach <a href="https://www.gesetze-im-internet.de/sgb_8/__9a.html" target="_blank" rel="noopener">Paragraf 9a Sozialgesetzbuch VIII</a> ist jedes Bundesland verpflichtet, eine unabhängige Ombudsstelle einzurichten. Das ist für dieses Thema sehr wichtig. Auch wenn Eltern befürchten, eine Beschwerde direkt in der Kita würde zu einer Ungleichbehandlung ihres Kindes führen, unabhängig davon, ob das stimmt, auch für diese Fälle ist die Ombudsstelle da.</p>
<h3><strong>Wenn Eltern ein diffuses Gefühl haben, irgendetwas in der Kita könnte ihr Kind verunsichern – sollten sie es ansprechen?</strong></h3>
<p>Unbedingt. Ich bin ein großer Anhänger einer Beschwerdekultur. Schon bei der Aufnahme eines Kindes, wenn es um die Zusammenarbeit mit den Eltern geht, sollte eine Kita das thematisieren. Es sollte zum Standard gehören, die Eltern dazu aufzufordern, es direkt anzusprechen, wenn ihnen irgendetwas nicht gefällt. Sei es, das Essen schmeckt nicht, sei es, die Eltern haben den Eindruck, eine Fachkraft benachteilige ihr Kind. Es ist sehr wichtig, das früh zu erfahren. Andersherum teilt die Kita den Eltern frühzeitig mit, wenn es Anlass zur Besorgnis gibt. Die Konsequenz ist so einfach: Ein zeitnah anberaumtes Elterngespräch.</p>
<h3><strong>Das würden sie zusammen mit einem Gewaltschutzkonzept jeder Kita empfehlen?</strong></h3>
<p><a href="https://www.nifbe.de/images/nifbe/Fachbeitr%C3%A4ge/2021/pa20_KitaBesch_10RZweb.pdf" target="_blank" rel="noopener">Beschwerdeverfahren</a> sind Teil eines Schutzkonzepts. Beschwerdeverfahren auszuweisen ist schon seit über zehn Jahren eine juristische Verpflichtung. Das müsste eigentlich jede Kita ohnehin haben. Aber es gibt natürlich große Unterschiede in deren Qualität. Seit dem Kinder- und Jugendstärkungsgesetz ist das Beschwerdeverfahren ein Bestandteil des Gewaltschutzkonzepts.</p>
<h3><strong>Muss verletzenden Verhalten gegenüber einem Kind in jedem Fall proaktiv den Eltern mitgeteilt werden? Bei körperlicher Gewalt besteht da wohl Konsens, aber bei verbalen Übergriffen? Rein menschlich wäre es ja verständlich, wenn man kleinere Vorfälle nicht zur Sprache bringt.</strong></h3>
<p>Das wäre verständlich aber höchst unprofessionell. Eltern haben das Recht, alles zu erfahren, was in der Kita von erheblicher Bedeutung für das Kind ist. Natürlich geht es dabei nicht um jede kurzfristige, vorübergehende Irritation, vielleicht, weil eine Fachkraft kurz laut geworden ist. Aber wenn diese Irritation anhält und einen Grad erreicht, dass das Kind auch über diese Situation hinaus leidet, dann haben die Eltern das Recht, noch am selben Tag zu erfahren, was vorgefallen ist. Natürlich verbunden mit einer aufrichtigen Entschuldigung und der Botschaft, dass alles dafür getan wird, dass so etwas nicht wieder vorkommt. Das ist für die Eltern letztlich eine Beruhigung, auch wenn sie zunächst zu Recht verärgert sind.</p>
<h3><strong>Gibt es Situationen, in denen ein Kind vielleicht nicht ganz so sanft festgehalten werden darf, in denen eine Fachkraft auch mal deutliche Ansagen machen darf?</strong></h3>
<p>Natürlich dürfen Sie ein Kind festhalten, wenn es kindgerecht ist. Es ist sogar eine Verpflichtung ein Kind festzuhalten, wenn sie das Kind oder andere Kinder schützen müssen. Das kann auch gegen den Willen des Kindes geschehen. Wenn Sie etwa wissen, ein Krippenkind hat gestern und vorgestern andere Kinder gebissen, dann müssen sie davon ausgehen, dass es das heute und morgen auch tun wird. Dann müssen Sie etwas tun – es kann ein Fehlverhalten sein, nichts zu tun.</p>
<p>Ein anderes Beispiel: Es ist kalt. Das Kind möchte aber trotzdem in T-Shirt und Sandalen nach draußen. Es hat einerseits das Recht, nach Möglichkeit selbst zu entscheiden, was es anzieht. Es kann so die Erfahrung machen: „Oh, das ist mir zu kalt, ich ziehe lieber doch eine Jacke und Stiefel an.“ Andererseits haben Kinder das Recht auf Schutz ihrer Gesundheit und es kann unverantwortlich sein, das Kind so leicht bekleidet nach draußen zu lassen. Hier liegt jetzt die pädagogische Kunst, in diesem Einzelfall diese beiden Rechte gegeneinander abzuwägen.</p>
<p>Es ist ein häufiges Missverständnis den Kinderrechten gegenüber, dass Kinder alles alleine entscheiden und Erwachsene ihre Verantwortung abgeben, das ist absurd. Die <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/UN-Kinderrechtskonvention" target="_blank" rel="noopener">UN-Kinderechtskonvention</a> spricht den Erwachsenen durchaus eine Leitungs- und Führungsverantwortung zu – aber eben im Sinne der Kinderrechte. Und das ist die große pädagogische Herausforderung, hier zu unterscheiden.</p>
<h3><strong>Professor Maywald, haben Sie herzlichen Dank für das Gespräch!</strong></h3>
<p><strong>&nbsp;</strong></p>
<p><strong>&nbsp;</strong></p>
<p>Der Beitrag <a href="https://dguv-kinderkinder.de/maywald/">&#8222;Schutzkonzepte sind eine große Bereicherung&#8220;</a> erschien zuerst auf <a href="https://dguv-kinderkinder.de">KinderKinder</a>.</p>
]]></content:encoded>
					
		
		
			</item>
		<item>
		<title>Gewalt gegen Fachkräfte</title>
		<link>https://dguv-kinderkinder.de/gewalt-gegen-fachkraefte/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Stefanie Richter]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 01 Aug 2022 09:02:17 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[03/2022]]></category>
		<category><![CDATA[Ausgabe]]></category>
		<category><![CDATA[News-Kategorien]]></category>
		<category><![CDATA[Tipps vom Profi]]></category>
		<category><![CDATA[Eltern-Fachkräfte-Konflikt]]></category>
		<category><![CDATA[Gewalt gegen Fachkräfte]]></category>
		<category><![CDATA[Gewaltprävention]]></category>
		<category><![CDATA[Interview]]></category>
		<category><![CDATA[Sicherheitskonzept]]></category>
		<guid isPermaLink="false">https://www.kinderkinder.dguv.de/?p=3575</guid>

					<description><![CDATA[<p>Der Umgang mit Eltern kann schwierig sein. Was können Erzieherinnen und&#160; Erzieher tun, damit es nicht zu heiklen Situationen kommt? Volker Haupt: Eine gute Beziehung zu den Familien aufbauen, eine vertrauensvolle Atmosphäre schaffen und einen offenen Austausch mit den Eltern pflegen. Das wären die Deeskalationsstrategien im Vorfeld. Es ist sinnvoll, solche Verhaltensregeln im gegenseitigen Umgang &#8230; <a href="https://dguv-kinderkinder.de/gewalt-gegen-fachkraefte/" class="more-link"><span class="screen-reader-text">„Gewalt gegen Fachkräfte“ </span>weiterlesen</a></p>
<p>Der Beitrag <a href="https://dguv-kinderkinder.de/gewalt-gegen-fachkraefte/">Gewalt gegen Fachkräfte</a> erschien zuerst auf <a href="https://dguv-kinderkinder.de">KinderKinder</a>.</p>
]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<h3>Der Umgang mit Eltern kann schwierig sein. Was können Erzieherinnen und&nbsp; Erzieher tun, damit es nicht zu heiklen Situationen kommt?</h3>
<p><strong>Volker Haupt:</strong> Eine gute Beziehung zu den Familien aufbauen, eine vertrauensvolle Atmosphäre schaffen und einen offenen Austausch mit den Eltern pflegen. Das wären die Deeskalationsstrategien im Vorfeld. Es ist sinnvoll, solche Verhaltensregeln im gegenseitigen Umgang in einem Kita-Konzept oder Kita-Kodex festzulegen. In Aachen etwa sind diese Kommunikationsstandards im „Sicherheitskonzept Gewaltprävention“ verankert, sie sind somit auch für die städtischen Kitas bindend.</p>
<h3>Warum kann es dennoch zu aggressivem Verhalten kommen?</h3>
<p>Ihre Kinder sind das Wichtigste, was Eltern haben. Da spielen Emotionen stark mit rein. Deshalb ist die Gefahr groß, dass Eltern emotional reagieren oder auch mal ausfallend werden. Es ist in solchen Situationen oft hilfreich, ihnen zu spiegeln, was ich wahrnehme: „Ich merke, Sie sind aufgebracht. Was ist denn los?“</p>
<h3>Wie sollte man mit aufgebrachten oder aggressiven Eltern reden?</h3>
<p>Gewaltfreie Kommunikation, bejahendes Zuhören beispielsweise, ist eine gute Technik. Also: „Mhm … Ah ja … Erzählen Sie weiter! Das möchte ich mir kurz aufschreiben.“ Während Eltern dann ihren Frust loswerden, sollte man ruhig und sachlich bleiben: „Das habe ich verstanden.“ Wobei Verstehen nicht zwangsläufig bedeutet, dass man einverstanden sein muss. Aber man sollte das Anliegen der Eltern ernst nehmen.</p>
<h3>Was, wenn das nicht funktioniert?</h3>
<p>Manchmal muss man auch klare Kante zeigen: „Ich möchte nicht, dass Sie so mit mir reden.“ Und wenn das Elternteil weitermacht, muss ich Grenzen setzen und die Person auch mal aus dem Büro oder der Kita verweisen: „Das war’s jetzt, das Gespräch brechen wir an dieser Stelle ab. Wenn Sie mögen, können wir gern morgen<br />
telefonieren.“</p>
<h3>An wen können sich Kitas wenden, um Unterstützung im Umgang mit schwierigen oder gewaltbereiten Eltern zu erhalten?</h3>
<p>Es gibt den Träger und dessen Führungskräfte, die der Kita den Rücken stärken sollten. Es gibt die kollegiale Beratung unter Kitaleitungen, die sich über das Vorgehen austauschen. Außerdem besteht die Möglichkeit, sich Fachkräfte ins Haus zu holen. Supervisionen zum Beispiel gehören bei vielen Trägern zum Standard. Auch die Zusammenarbeit mit der Polizei oder dem Jugendamt ist möglich. Häufig geht Gewalt – also aggressives Verhalten der Eltern – mit Kindeswohlgefährdung einher, dann arbeitet man ohnehin mit dem Jugendamt zusammen.</p>
<h3>Lässt sich im Vorfeld erkennen, dass eine Situation kippen kann?</h3>
<p>Haupt: Man erkennt es an der Kommunikation. Das kann die Körpersprache sein, wenn sich Eltern anders durch die Kita bewegen als sonst. Oder wenn Eltern nicht mehr kommunizieren und man sich wundert, warum der Austausch nicht mehr stattfindet. Vorboten können auch sein, dass Eltern die Kita meiden oder schnippische Bemerkungen machen. Das deutet auf Unzufriedenheit hin. Man tut gut daran, diese Dinge unmittelbar anzusprechen oder Gesprächstermine anzubieten. Manchmal erzählen auch die Kinder etwas von zu Hause, das einen stutzig macht. Auch das sollte man ansprechen: „Wir sind verwundert: Ihr Kind hat das und das erzählt.“</p>
<h3>Was sind denn typische Situationen, die eskalieren können?</h3>
<p>In meinen Seminaren erarbeite ich mit den pädagogischen Fachkräften die Trigger der Eltern. Was könnte die Eltern an eurer Kita ärgern? Und umgekehrt: Was ärgert euch an den Eltern? Der Perspektivwechsel ist spannend. Trigger sind oft fehlende Informationen. Also: Wenn ein Kind hingefallen ist, aber augenscheinlich nichts Schlimmes passiert ist und das Kita-Personal die Info nicht an die Eltern weitergegeben hat. Abends bemerken die Eltern dann einen Kratzer, eine Beule oder einen blauen Fleck. Sie sind dann – zu Recht – sauer und fragen: Warum informieren Sie uns nicht, dass etwas passiert ist?</p>
<h3>Wie oft kommt eigentlich aggressives Verhalten seitens der Eltern vor?</h3>
<p>Wir haben in Aachen ein „Sicherheitskonzept Gewaltprävention“ für unsere 5.600 Beschäftigten der Stadtverwaltung erarbeitet. Man muss klar sagen: Aggressives Verhalten in Kitas ist die Ausnahme, das Aufkommen solcher Situationen ist verschwindend gering.</p>
<p>Deshalb hat bisher in Kitas noch kein Deeskalationstraining stattgefunden, was sich aber ändern soll, wenn es die pandemische Lage wieder zulässt. In den Seminaren, die ich für das Bildungswerk Aachen durchführe, habe ich die Selbstverteidigung komplett rausgenommen. Da lohnt es sich eher, in Richtung Kommunikation und Beziehungsarbeit zu schauen: Wie gehe ich auf Familien zu? Wie begrüße und verabschiede ich jemanden? Wie setze ich gelassen Grenzen?</p>
<!-- div class="rechte-spalte"></p>
<p><sup><img loading="lazy" decoding="async" class="aligncenter" src="https://www.kinderkinder.dguv.de/wp-content/uploads/2022/07/volker-haupt.png" alt="" width="200" height="200"></sup></p>
<p><sup>Erzieher und Anti-Gewalt-Trainer Volker Haupt war früher Kita-Leiter, ist jetzt bei der Stadt Aachen zuständig für Gewaltprävention und Konfliktmanagement und arbeitet zudem als Dozent für das Bildungswerk Aachen.</sup></p>
<p></div -->

<p>Der Beitrag <a href="https://dguv-kinderkinder.de/gewalt-gegen-fachkraefte/">Gewalt gegen Fachkräfte</a> erschien zuerst auf <a href="https://dguv-kinderkinder.de">KinderKinder</a>.</p>
]]></content:encoded>
					
		
		
			</item>
		<item>
		<title>Hilfe bei traumatischen Erlebnissen</title>
		<link>https://dguv-kinderkinder.de/hilfe-bei-traumatischen-erlebnissen/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Stephanie Böcking]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 02 Aug 2022 10:08:31 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[03/2022]]></category>
		<category><![CDATA[Allgemein]]></category>
		<category><![CDATA[Ausgabennummer]]></category>
		<category><![CDATA[Gute Praxis]]></category>
		<category><![CDATA[News-Kategorien]]></category>
		<category><![CDATA[Recht]]></category>
		<category><![CDATA[Gewalt gegen Fachkräfte]]></category>
		<category><![CDATA[psychische Belastung]]></category>
		<category><![CDATA[traumatische Erlebnisse]]></category>
		<category><![CDATA[traumatisierung]]></category>
		<guid isPermaLink="false">https://www.kinderkinder.dguv.de/?p=3706</guid>

					<description><![CDATA[<p>Mal angenommen, ein Vater beleidigt eine Erzieherin lautstark, baut sich drohend vor ihr auf, drängt sie in eine Ecke, bereit zuzuschlagen. Nach der Situation bricht die Erzieherin zusammen. Die Kolleginnen und Kollegen kümmern sich rührend. Wie kann ihr aber darüber hinaus geholfen werden? Auch psychische Belastungen durch einen solchen Vorfall können als Arbeitsunfall gelten. Die &#8230; <a href="https://dguv-kinderkinder.de/hilfe-bei-traumatischen-erlebnissen/" class="more-link"><span class="screen-reader-text">„Hilfe bei traumatischen Erlebnissen“ </span>weiterlesen</a></p>
<p>Der Beitrag <a href="https://dguv-kinderkinder.de/hilfe-bei-traumatischen-erlebnissen/">Hilfe bei traumatischen Erlebnissen</a> erschien zuerst auf <a href="https://dguv-kinderkinder.de">KinderKinder</a>.</p>
]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<h3>Mal angenommen, ein Vater beleidigt eine Erzieherin lautstark, baut sich drohend vor ihr auf, drängt sie in eine Ecke, bereit zuzuschlagen. Nach der Situation bricht die Erzieherin zusammen. Die Kolleginnen und Kollegen kümmern sich rührend. Wie kann ihr aber darüber hinaus geholfen werden?</h3>
<p>Auch psychische Belastungen durch einen solchen Vorfall können als Arbeitsunfall gelten. Die Betroffene sollte sich deshalb an einen Durchgangsarzt (D-Arzt) oder eine -ärztin wenden. Deren Adressen sind in der Kita bekannt. D-Ärzte&nbsp;können dann ärztliche oder psychologische Psychotherapeuten und -therapeutinnen in das berufsgenossenschaftliche Heilverfahren einbinden und das sogenannte Psychotherapeutenverfahren der Deutschen Gesetzlichen Unfallversicherung (DGUV) in Gang setzen. Darüber bekommt die betroffene Person schnelle psychologische Hilfe, meist innerhalb einer Woche. Voraussetzung ist natürlich ein Hinweis der Betroffenen auf eine psychische Beeinträchtigung oder Traumatisierung – entweder direkt beim Unfallversicherungsträger oder aber beim D-Arzt. Einige Unfallversicherungsträger, etwa die BGW, bieten auch eine telefonisch-psychologische Beratung mit speziell geschulten Psychotherapeutinnen oder -therapeuten an. Da sollte man sich bei&nbsp;seinem zuständigen Unfallversicherungsträger erkundigen, ob er dies ebenfalls anbietet. Ziel ist immer, einer Entstehung und Chronifizierung von psychischen Belastungen vorzubeugen.</p>
<h3>Muss bei jedem Vorfall eine Unfallanzeige erfolgen?</h3>
<p>Hier muss man immer den Einzelfall ansehen. Nicht jede verbale Attacke oder Drohgebärde wird als Arbeitsunfall gewertet werden können. Grundsätzlich ist es aber sinnvoll, jeden Vorfall zumindest zu dokumentieren, indem man beispielsweise eine Notiz im Verbandbuch macht. So hat man es direkt greifbar, sollte sich herausstellen, dass eine Situation doch nachwirkt. Es ist ja denkbar und nachvollziehbar, dass jemand zunächst davon ausgeht, allein klarzukommen, und sich erst nach einiger Zeit zeigt, dass die Belastung zu groß ist. Dann kann immer noch eine Kontaktaufnahme zum Unfallversicherungsträger erfolgen und der Verbandbucheintrag dient als Beleg dafür, was wann passiert ist.</p>
<h3>Wie kann man sich die Beratung vorstellen?</h3>
<p>Es geht erst mal darum, den Betroffenen die Möglichkeit zu geben, das Erlebte mit Profis aufzuarbeiten. Dafür sind bis zu fünf probatorische Sitzungen angesetzt. Sie sind nicht verpflichtend, sondern nur ein niederschwelliges Angebot und dienen der Krisenintervention – unabhängig von Kausalitätsfragen. Danach wird der Bedarf&nbsp;an weiterer psychotherapeutischer Unterstützung geprüft. In der Regel finden die Sitzungen in einer Psychotherapiepraxis statt.</p>
<h3>Was können Kitas im Vorfeld tun?</h3>
<p>Sinnvoll ist eine Art Notfallplan. Damit ist es möglich, souverän und sicher zu agieren, sollte es einmal zu aggressiven oder gewalttätigen Vorfällen kommen, was ja zum Glück nicht sehr häufig ist. Es gibt dazu eine Vorlage aus der DGUV-Schrift „Gut vorbereitet für den Ernstfall“, die man für die eigene Einrichtung anpassen kann (siehe: <a href="https://publikationen.dguv.de/regelwerk/dguv-informationen/2910/gut-vorbereitet-fuer-den-ernstfall-mit-traumatischen-ereignissen-im-betrieb-umgehen" target="_blank" rel="noopener">www.dguv.de, Webcode: p206017</a>).</p>
<p><em>Die Fragen beantwortete Helmut Tusk, Fachbereichsleiter Rehabilitation der Berufs­genossenschaft für Gesundheitsdienst und Wohlfahrtspflege (BGW), Bochum.</em></p>
<p>&nbsp;</p>
<p style="font-weight: 400;"><div class="box-checkliste-rot"></p>
<p>Ausführliche Online-Infos der BGW zu Hilfe nach Extremereignissen:<br />
<a href="https://www.bgw-online.de/bgw-online-de/service/unfall-berufskrankheit/unfaelle-psychische-beeintraechtigungen/hilfe-nach-extremerlebnissen-14672" target="_blank" rel="noopener">www.kurzelinks.de/extremerlebnis </a></p>
<p>sowie<br />
Notfallplan – Gewalt und Aggression gegen Beschäftigte in Betreuungsberufen:<br />
<a href="https://www.bgw-online.de/bgw-online-de/service/medien-arbeitshilfen/medien-center/notfallplan-gewalt-und-aggression-gegen-beschaeftigte-in-20232" target="_blank" rel="noopener">www.kurzelinks.de/notfallplan-aggression </a></p>
<p>Informationen zum Psychotherapeutenverfahren:<br />
<a href="https://publikationen.dguv.de/versicherungleistungen/rehabilitation/3496/psychotherapeutenverfahren-informationen-zur-zusammenarbeit-fuer-durchgangsaerztinnen-und-durchgangs" target="_blank" rel="noopener">www.dguv.de, Webcode: p012733</a></p>
<p style="font-weight: 400;"></div></p>
<p>&nbsp;</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://dguv-kinderkinder.de/hilfe-bei-traumatischen-erlebnissen/">Hilfe bei traumatischen Erlebnissen</a> erschien zuerst auf <a href="https://dguv-kinderkinder.de">KinderKinder</a>.</p>
]]></content:encoded>
					
		
		
			</item>
		<item>
		<title>Echt praktisch</title>
		<link>https://dguv-kinderkinder.de/echt-praktisch3-22/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Stefanie Richter]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 18 Aug 2022 07:07:01 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[03/2022]]></category>
		<category><![CDATA[Ausgabe]]></category>
		<category><![CDATA[Echt praktisch]]></category>
		<category><![CDATA[emotionale Kompetenz]]></category>
		<category><![CDATA[frühkindliche Bildung und Entwicklung]]></category>
		<category><![CDATA[Gewalt gegen Kinder]]></category>
		<category><![CDATA[Gewaltprävention]]></category>
		<category><![CDATA[Pädagogik]]></category>
		<category><![CDATA[soziale Kompetenz]]></category>
		<guid isPermaLink="false">https://www.kinderkinder.dguv.de/?p=3577</guid>

					<description><![CDATA[<p>Mit Vorschulkindern können Sie mithilfe der „Gefühlsuhr“über Emotionen sprechen. Sie ist Teil eines Projekts zumThema „Glück“, das die DGUV für Grundschulkinder entworfen hat: www.dguv-lug.de, Webcode: lug1003515 In ihrem Blog www.kindheiterleben.de gibt die Kindheitspädagogin Kathrin Hohmann Tipps und Anregungen, wie man Kinder feinfühlig durch Wut und Aggressionen begleitet. Denn Wut tut gut. Kinder können und sollen &#8230; <a href="https://dguv-kinderkinder.de/echt-praktisch3-22/" class="more-link"><span class="screen-reader-text">„Echt praktisch“ </span>weiterlesen</a></p>
<p>Der Beitrag <a href="https://dguv-kinderkinder.de/echt-praktisch3-22/">Echt praktisch</a> erschien zuerst auf <a href="https://dguv-kinderkinder.de">KinderKinder</a>.</p>
]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Mit Vorschulkindern können Sie mithilfe der „Gefühlsuhr“über Emotionen sprechen. Sie ist Teil eines Projekts zumThema „Glück“, das die DGUV für Grundschulkinder entworfen hat: <a href="https://www.dguv-lug.de/fileadmin/user_upload_dguvlug/Unterrichtseinheiten/Primarstufe/Glueck_gehabt/ABS_Arbeitsblatt_2_Glueck.pdf" target="_blank" rel="noopener">www.dguv-lug.de</a>, Webcode: <a href="https://www.dguv-lug.de/primarstufe/soziale-kompetenz/glueck-gehabt/" target="_blank" rel="noopener">lug1003515</a></p>
<p>In ihrem Blog <a href="http://www.kindheiterleben.de" target="_blank" rel="noopener">www.kindheiterleben.de</a> gibt die Kindheitspädagogin Kathrin Hohmann Tipps und Anregungen, wie man Kinder feinfühlig durch Wut und Aggressionen begleitet. Denn Wut tut gut. Kinder können und sollen lernen, dass dieses Gefühl in Ordnung ist. Genauso sollen sie aber auch wissen, woher die Wut kommt und wie sie sie kanalisieren können.</p>
<p>Kindgerechte, kreative Ideen zum Umgang mit Wut liefert Fit4Future, ein Präventionsprogramm der DAK: <a href="http://www.kurzelinks.de/fit4future" target="_blank" rel="noopener">www.kurzelinks.de/fit4future</a></p>
<p>Die Kindheitspädagogin und Dozentin Lea Wedewarth hat eine hörenswerte Podcastreihe zum Themenkomplex „Gewalt durch pädagogische Fachkräfte verhindern“ veröffentlicht (Episoden 15 bis 18). Die Episode 75 nimmt sich dieses Themas aus wissenschaftlicher Sicht an: <a href="http://www.kurzelinks.de/podcast-gewalt" target="_blank" rel="noopener">www.kurzelinks.de/podcast-gewal</a><a href="http://www.kurzelinks.de/podcast-gewalt">t</a></p>
<p>Die Reckahner Reflexionen definieren die Grundlagen und eine Ethik guter pädagogischer Beziehungen. Wer sie noch nicht kennt, findet sie hier – flankiert von Material und Anregungen für die Kita-Praxis:<br />
<a href="http://www.paedagogische-beziehungen.eu" target="_blank" rel="noopener">www.paedagogische-beziehungen.eu</a></p>
<p>Ein lesenswerter Fachartikel von Barbara Leitner auf den Seiten des Niedersächsischen Instituts für frühkindliche Bildung und Entwicklung (Nifbe) zum Thema: Gewalt von Fachkräften gewaltfrei verhindern:<br />
<a href="https://www.nifbe.de/component/themensammlung?view=item&amp;id=931:gewalt-von-fachkraeften-gewaltfrei-verhindern" target="_blank" rel="noopener">https://www.nifbe.de/component/themensammlung?view=item&amp;id=931:gewalt-von-fachkraeften-gewaltfrei-verhindern</a></p>
<p>Der Begriff „Gewalt gegen Kinder“ &#8211; Kinderschutz in institutionellen Arrangements<br />
<a href="https://studlib.de/6696/sozial/begriff_gewalt_kinder" target="_blank" rel="noopener">https://studlib.de/6696/sozial/begriff_gewalt_kinder</a></p>
<p>Was ist Gewalt gegen Kinder? | Wichtige Fragen &amp; Antworten von UNICEF: <a href="https://www.unicef.de/informieren/aktuelles/gewalt-gegen-kinder-beenden/was-ist-gewalt-fragen-und-antworten" target="_blank" rel="noopener">https://www.unicef.de/informieren/aktuelles/gewalt-gegen-kinder-beenden/was-ist-gewalt-fragen-und-antworten</a></p>
<h3>Buchtipps:</h3>
<p>&#8222;Verletzendes Verhalten in der Kita&#8220; &#8211; von Astrid Boll und Regina Remsperger-Kehm &#8211; hier eine Buchvorstellung: <a href="https://paedagogische-beziehungen.eu/buch-verletzendes-verhalten-in-der-kita/" target="_blank" rel="noopener">https://paedagogische-beziehungen.eu/buch-verletzendes-verhalten-in-der-kita/</a></p>
<p>&#8222;<a href="https://www.herder.de/kindergarten-paedagogik-shop/gewalt-durch-paedagogische-fachkraefte-verhindern-kartonierte-ausgabe/c-26/p-16014/" target="_blank" rel="noopener">Gewalt durch Fachkräfte verhindern &#8211; die Kita als sicherer Ort für Kinder</a>&#8220; &#8211;&nbsp; von Jörg Maywald</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://dguv-kinderkinder.de/echt-praktisch3-22/">Echt praktisch</a> erschien zuerst auf <a href="https://dguv-kinderkinder.de">KinderKinder</a>.</p>
]]></content:encoded>
					
		
		
			</item>
		<item>
		<title>Mein Freund, der Klangdrache</title>
		<link>https://dguv-kinderkinder.de/klangdrache/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Stefanie Richter]]></dc:creator>
		<pubDate>Fri, 19 Aug 2022 08:04:44 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[03/2022]]></category>
		<category><![CDATA[Allgemein]]></category>
		<category><![CDATA[Ausgabe]]></category>
		<category><![CDATA[Klangdrache]]></category>
		<category><![CDATA[Musikerziehung]]></category>
		<category><![CDATA[Musikpädagogik]]></category>
		<guid isPermaLink="false">https://www.kinderkinder.dguv.de/?p=3563</guid>

					<description><![CDATA[<p>Der blaue Drache misst imposante drei Meter. Angst haben muss trotzdem niemand vor ihm. Denn er sieht nicht nur furchtbar freundlich aus, sondern er mag es sogar, wenn Kinder mit ihm spielen. Oder besser: auf ihm spielen. Es handelt sich nämlich um den „Klangdrachen“ der katholischen Kita St. Georg in Stätzling bei Augsburg. Die Kinder &#8230; <a href="https://dguv-kinderkinder.de/klangdrache/" class="more-link"><span class="screen-reader-text">„Mein Freund, der Klangdrache“ </span>weiterlesen</a></p>
<p>Der Beitrag <a href="https://dguv-kinderkinder.de/klangdrache/">Mein Freund, der Klangdrache</a> erschien zuerst auf <a href="https://dguv-kinderkinder.de">KinderKinder</a>.</p>
]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<!-- div class="rechte-spalte"></p>
<p><sup><img loading="lazy" decoding="async" class="aligncenter" src="https://www.kinderkinder.dguv.de/wp-content/uploads/2022/07/klangdrache.png" alt="" width="250" height="250"></sup></p>
<p><sup>Kitaleiterin Marisa Abrancati ist von den Vorteilen der Musikpädagogik überzeugt.</sup></p>
<p><div class="box-infos-green"></p>
<h3>Hör mal!</h3>
<p>Und so klingt es, wenn der Klangdrache Musik macht.</p>
<p><a href="https://www.kinderkinder.dguv.de/wp-content/uploads/2022/07/Klangdrache_Audio_mit-Foto.mp4" target="_blank" rel="noopener"><img loading="lazy" decoding="async" class="aligncenter" src="https://www.kinderkinder.dguv.de/wp-content/uploads/2022/07/audio2.png" alt="" width="100" height="100"></a></p>
<p></div></p>
<p></div -->

<p>Der blaue Drache misst imposante drei Meter. Angst haben muss trotzdem niemand vor ihm. Denn er sieht nicht nur furchtbar freundlich aus, sondern er mag es sogar, wenn Kinder mit ihm spielen. Oder besser: auf ihm spielen. Es handelt sich nämlich um den „Klangdrachen“ der katholischen Kita St. Georg in Stätzling bei Augsburg.</p>
<p>Die Kinder entdecken an drachenförmigen Klangwand aus Holz Trommeln, ein Glockenspiel, eine Wandmarimba, einen Gong und viele Instrumente mehr. „In unserer Kindertagesstätte ermöglichen wir den Kindern von Anfang an einen spielerischen Zugang zur Musik“, sagt Kitaleiterin Marisa Abbrancati. „Sie können sich dadurch entfalten, mitteilen und erleben aktiv die Vielfalt der Musik.“</p>
<p>Musik findet sich überall in der Kita. Das fängt schon im Morgenkreis an, wenn die Woche besprochen wird. „Jeder Tag hat einen eigenen Klang“, veranschaulicht Marisa Abbrancati. Zum Montag wird eine Trommel geschlagen, zum Sonntag eine feine Triangel, die Rassel steht für den Freitag. „Das Lernen der Tage wird verknüpft mit Musikinstrumenten, um es lebendiger zu machen.“</p>
<p>Auch darüber hinaus sind die Kinder von Musik und Rhythmen umgeben. Wollen die Erzieherinnen beispielsweise, dass die Kinder gezielt zuhören, nutzen sie Klatschspiele und singen dazu. Lesen die pädagogischen Fachkräfte aus Büchern vor, wird das häufig mit Liedern untermalt. In der Fastenzeit studieren die Erzieherinnen mit den Eltern und Kindern sogar jedes Jahr ein Musical ein, das dann Ostern mit Tanz und Musik in der Kirche aufgeführt wird. In diesem Jahr hieß das Thema „Arche Noah“.</p>
<p>Das Highlight ist aber der Klangdrache, der dem Logo der Kita nachempfunden ist. Das Auge mögen die Kinder besonders. Dort finden sie das große Becken. „Das klingt wie eine ganz große Triangel, mit einem sanften, langen Klang – aber sehr laut“, beschreibt Marisa Abbrancati. Vor allem, wenn man mit vollem Elan zu fest aufs Auge schlägt. Dann tut es schon mal in den Ohren weh. Solche Fehler lassen die Erzieherinnen der Kita St. Georg ganz bewusst zu, um das Gehör der Kinder zu sensibilisieren. „Musik ist selbsterklärend“, sagt die Kitaleiterin. Es sei nicht entscheidend, etwas richtig oder falsch zu machen. „Wenn etwas gut klingt, hört es das Kind. Wenn jemand zu schnell oder zu laut trommelt, hört es das auch. Aus Fehlern lernen die Kinder und sie entwickeln ein Taktgefühl.“</p>
<p>Selbstverständlich sei es wichtig, den Kindern am Anfang zu erklären, wie ein Instrument funktioniere, sagt Marisa Abbrancati. Möglichst bildhaft, um es den Kindern zu erleichtern. Da kann eine Geschichte rund um einen schönen Sommermorgen helfen: „Wir hören die Sonne, die aufgeht und die Bäume und Blumen berührt. Wir hören die Schmetterlinge fliegen.“ Und dann sind die Ideen und Kreativität der Kinder gefragt. „Schaut mal den Klangdrachen an: Welches Instrument könnte für die Sonne stehen, welches für den Schmetterling?“ Wird die Geschichte dann noch einmal erzählt, spielen sie das jeweilige Instrument.</p>
<p>Der Klangdrache ist eine Spezialanfertigung des Instrumentenbau-Unternehmens „Marimba“ aus dem mehr als 550 Kilometer entfernten Bielefeld, finanziert durch den Elternbeirat der Kita St. Georg. Die Instrumente sind fein aufeinander abgestimmt. Gleichzeitig ist die Klangwand robust, weil die Kinder nicht immer zimperlich damit umgehen. Jeder Gruppe steht einmal in der Woche der Raum zur Verfügung, in dem der Klangdrache steht. Fünf Kinder können wie eine kleine Band gleichzeitig am Klangdrachen spielen. Mittwochs ist außerdem gruppenübergreifender Musiknachmittag.</p>
<p>„Musik ist für alle Kinder zugänglich und deshalb besonders niederschwellig“, erklärt Marisa Abbrancati. Das gelte auch für Kinder mit Behinderung oder für Kinder mit Migrationshintergrund. Inklusion durch Musik. „Alle Kinder finden ihren Platz, es gibt keine Hürde“, fasst Marisa Abbrancati einen weiteren Vorzug des musikpädagogischen Ansatzes zusammen.</p>
<div class="box-infos-green"></p>
<h3><strong>Musikpädagogik fördert…</strong></h3>
<ul>
<li><strong>soziale Kompetenz:</strong> Gemeinsames Singen und Musizieren stärkt die Kontakt- und Gruppenfähigkeit. Die Kinder lernen dabei auch das Einhalten von Regeln und Vereinbarungen.</li>
<li><strong>Sprachkompetenz:</strong> Musik ist für Kinder ein ideales Medium, um sich mitzuteilen. Beim Singen sinkt auch bei Kindern mit Defiziten in der Sprachentwicklung die Hemmschwelle sich auszudrücken, Sprachbarrieren werden einfacher überwunden. Außerdem stärkt Musik die Wahrnehmung, indem die Kinder lernen, gezielt und konzentriert zuzuhören.</li>
<li><strong>motorische Kompetenz:</strong> Kinder haben die Gelegenheit, sich selbstständig, rhythmisch und gemeinsam zur Musik zu bewegen – also zu tanzen. Auch gezielte Kreisspiele sind möglich.</li>
<li><strong>emotionale Kompetenz:</strong> Kinder können durch Musik ihre Gefühle ausdrücken, auch nonverbal. Rhythmik- und Musikangebote in der Gruppe erhöhen die Frustrationstoleranz, dadurch wird die Regulation von Gefühlen gefördert.</li>
</ul>
<p></div>
<p>Der Beitrag <a href="https://dguv-kinderkinder.de/klangdrache/">Mein Freund, der Klangdrache</a> erschien zuerst auf <a href="https://dguv-kinderkinder.de">KinderKinder</a>.</p>
]]></content:encoded>
					
		
		<enclosure url="https://www.kinderkinder.dguv.de/wp-content/uploads/2022/07/Klangdrache_Audio_mit-Foto.mp4" length="34375715" type="video/mp4" />

			</item>
		<item>
		<title>Natur hautnah erleben</title>
		<link>https://dguv-kinderkinder.de/natur-hautnah-erleben/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Stephanie Böcking]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 02 Aug 2022 10:16:14 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[03/2022]]></category>
		<category><![CDATA[Allgemein]]></category>
		<category><![CDATA[Ausgabe]]></category>
		<category><![CDATA[Ausgabennummer]]></category>
		<category><![CDATA[Gute Praxis]]></category>
		<category><![CDATA[News]]></category>
		<category><![CDATA[News-Kategorien]]></category>
		<category><![CDATA[Sicherheit]]></category>
		<category><![CDATA[Gartenarbeit]]></category>
		<category><![CDATA[Gartenregeln]]></category>
		<category><![CDATA[Gärtnern]]></category>
		<category><![CDATA[Gesundheitsschutz]]></category>
		<category><![CDATA[Kindergarten]]></category>
		<category><![CDATA[Natur]]></category>
		<guid isPermaLink="false">https://www.kinderkinder.dguv.de/?p=3696</guid>

					<description><![CDATA[<p>Mit den Händen in der Erde wühlen, Pflanzen gießen, Käfer beobachten, Minzblätter pflücken, daran riechen, in den Mund stecken: Gartenarbeit ist für Kinder ein tolles Erlebnis. „Gärtnern ist generell für jedes Alter sehr spannend“, sagt Geoökologin Birgitta Goldschmidt von der Bundesarbeitsgemeinschaft Schulgarten. Beete in Kindergärten böten eine tolle Chance, sich hautnah mit der Natur auseinanderzusetzen. &#8230; <a href="https://dguv-kinderkinder.de/natur-hautnah-erleben/" class="more-link"><span class="screen-reader-text">„Natur hautnah erleben“ </span>weiterlesen</a></p>
<p>Der Beitrag <a href="https://dguv-kinderkinder.de/natur-hautnah-erleben/">Natur hautnah erleben</a> erschien zuerst auf <a href="https://dguv-kinderkinder.de">KinderKinder</a>.</p>
]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Mit den Händen in der Erde wühlen, Pflanzen gießen, Käfer beobachten, Minzblätter pflücken, daran riechen, in den Mund stecken: Gartenarbeit ist für Kinder ein tolles Erlebnis. „Gärtnern ist generell für jedes Alter sehr spannend“, sagt Geoökologin Birgitta Goldschmidt von der Bundesarbeitsgemeinschaft Schulgarten. Beete in Kindergärten böten eine tolle Chance, sich hautnah mit der Natur auseinanderzusetzen. Allerdings sind einige Sicherheits- und Hygieneregeln zu beachten, damit bei der Gartenarbeit&nbsp;niemand zu Schaden kommt.</p>
<p>&nbsp;</p>
<p style="font-weight: 400;"><div class="liste-kurzgesagt-rot"></p>
<h2 style="font-weight: 400;"><strong>KURZ GESAGT!</strong></h2>
<p>_Gartenarbeit spricht alle Sinne an _</p>
<p>_Wenige, aber klare Regeln aufstellen und auf Einhaltung pochen</p>
<p>_Beete räumlich sichtbar von der Spielfläche abtrennen</p>
<p style="font-weight: 400;"></div></p>
<p>&nbsp;</p>
<p>Birgitta Goldschmidt rät den&nbsp;Einrichtungen, beim Gärtnern klein anzufangen. Im Kita-Alter gehe es weniger um das klassische „Säen, Pflanzen, Ernten“. Später für Schulkinder sei spannend zu beobachten, wie eine Pflanze langsam wächst und Früchte trägt. Doch für jüngere Mädchen und Jungen ist die Wartezeit viel zu lang. Im Mittelpunkt steht vielmehr das sinnliche Erleben von Natur.</p>
<h2>Natur mit allen Sinnen erleben</h2>
<p>„Der beste Weg ist übers Essen“, sagt Birgitta Goldschmidt. Dabei gilt die klare Regel: Bei allem, was gegessen wird, muss vorher gefragt werden. Weil Kinder sich Früchte draußen am liebsten direkt in den Mund stecken, müssen sie zudem lernen: „Vorher alles mit Trinkwasser abwaschen!“ Denn an Obst und Gemüse können sich Urin oder Kot von Tieren befinden, die Krankheiten wie Salmonellen oder Toxoplasmose übertragen können.</p>
<p>Die Umweltexpertin empfiehlt, die Beete im Außenbereich räumlich von der Spielfläche&nbsp;abzutrennen. Ein kleiner Zaun zeigt den Kindern: Was dahinter wächst, kann – theoretisch – gegessen werden. Deshalb sei es sinnvoll, im Kindergarten auf Kulturobst oder Kräuter zu setzen. Gemüse erfordere beim Anbau nicht nur mehr Geduld, gibt die Goldschmidt zu bedenken, sondern viele Pflanzenteile seien zudem nicht essbar: So enthalten Nachtschattengewächse wie Kartoffeln oder Tomaten in allen grünen&nbsp;Pflanzenteilen, teilweise auch in den Früchten, mehr oder weniger hohe Konzentrationen an giftigen Alkaloiden. Zupft hingegen ein Kind unreife Himbeeren oder Johannisbeeren vom Strauch und probiert sie, „dann schmecken die zwar nicht“, sagt Birgitta Goldschmidt, „aber sie sind auch nicht giftig“.</p>
<h2>Naschen und matschen</h2>
<p>Die Erzieherinnen und Erzieher müssen sicher wissen, was die Kinder essen dürfen. „Grundsätzlich gilt: Wenn sie nicht 100-prozentig sicher sind, bleibt die Pflanze stehen. Punkt!“ Das ist übrigens eine wichtige Regel, die Kinder fürs ganze Leben lernen: lieber einmal mehr eine Pflanze im Buch nachschlagen, als ein Risiko einzugehen. Vorsicht sei auch bei Pflanzen geboten, die leicht verwechselbar seien, warnt Birgitta Goldschmidt, etwa Bärlauch, der dem giftigen Maiglöckchen sehr ähnlich sieht. Darauf sollten Kindergärten verzichten. Einen Überblick, welche Pflanzen giftig oder gänzlich ungeeignet fürs Kitagelände sind (z. B. Ambrosia, Herkulesstaude), sollten Erzieherinnen und Erzieher ohnehin haben.</p>
<p>Bei der Gartenarbeit rät Birgitta Goldschmidt, die Kinder viel mit den Händen arbeiten zu lassen. Schon Kleinkinder lieben es, in Sand und Erde zu wühlen. Kommt noch Wasser hinzu und es entsteht Matsch, ist das Glück perfekt. „Das hat eine therapeutische Wirkung.“ Außerdem stärkt der Kontakt mit den Mikroorganismen in der Erde das Immunsystem. Wichtig ist allerdings, danach gründlich die Hände zu waschen. Das gilt immer nach der Gartenarbeit, vor allem vor dem Essen.</p>
<h2>Aufsicht gewährleisten</h2>
<p>Kinder haben auch viel Spaß daran, Laub zusammenzurechen. Oder mit kleinen Gießkannen Wasser für die Pflanzen zu holen. „Im Idealfall sollen sie dafür Regenwasser verwenden“, empfiehlt Birgitta Goldschmidt. Das sei besser für die Pflanzen – und für die Umwelt. Die Regentonne muss mit einem Deckel gegen ein Hereinfallen gesichert sein. Außerdem muss die Tonne sicher stehen, auch wenn sie leer ist. Eine wichtige Regel lautet außerdem, dass niemand Regenwasser trinken darf. Vor allem bei kleineren Kindern ist – auch deshalb – eine gute Aufsicht wichtig. Im Zweifel sollten die Erzieherinnen und Erzieher lieber auf Nummer sicher gehen und die Kinder mit Trinkwasser aus dem Hahn gießen lassen. „Aber normalerweise halten sich die Kinder sehr gut an die Regeln“, sagt Birgitta Goldschmidt. „Und sie lernen im Garten eine Menge fürs Leben“.</p>
<p>&nbsp;</p>
<p style="font-weight: 400;"><div class="box-checkliste-rot"></p>
<h2>Tipps für sicheres Gärtnern</h2>
<ul>
<li>Wichtig sind klare Regeln.</li>
<li>Zum Trinken eignet sich nur Trinkwasser, Regenwasser ist tabu.</li>
<li>Vor dem Verzehr einer Pflanze muss immer eine erwachsene Person gefragt werden, ob die Pflanze essbar ist.</li>
<li>Wird etwas geerntet, sollte es vor dem Verzehr mit Trinkwasser abgewaschen werden.</li>
<li>Nach der Gartenarbeit und vor allem vor dem Essen gilt: Hände waschen.</li>
<li>Erzieherinnen und Erzieher sollten über die angebauten Pflanzen gut Bescheid wissen.</li>
<li>Eltern nach Allergien der Kinder fragen&nbsp;(Insektengift, Schimmelsporen etc.).</li>
<li>Regentonnen müssen einen Deckel haben, damit niemand reinfallen kann.</div></li>
</ul>
<p>&nbsp;</p>
<p>&nbsp;</p>
<p style="font-weight: 400;"><div class="box-infos-green"></p>
<p style="font-weight: 400; text-align: center;">Welche Pflanzen sind giftig, welche nicht? Die Broschüre zeigt‘s:<br />
<a href="https://publikationen.dguv.de/regelwerk/dguv-informationen/1384/giftpflanzen-beschauen-nicht-kauen" target="_blank" rel="noopener">www.dguv.de, Webcode: p202023 </a></p>
<p style="font-weight: 400; text-align: center;">Eine Vorlage für ein Plakat mit Gartenregeln sowie eine Liste mit tollen Links zum Thema Gärtnern mit Kindern finden Sie auch hier:<br />
<a href="https://www.kinderkinder.dguv.de/garten">www.kinderkinder.dguv.de/garten</a></p>
<p style="font-weight: 400;"></div></p>
<p>Der Beitrag <a href="https://dguv-kinderkinder.de/natur-hautnah-erleben/">Natur hautnah erleben</a> erschien zuerst auf <a href="https://dguv-kinderkinder.de">KinderKinder</a>.</p>
]]></content:encoded>
					
		
		
			</item>
		<item>
		<title>Viel Spaß im Garten</title>
		<link>https://dguv-kinderkinder.de/garten/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Stefanie Richter]]></dc:creator>
		<pubDate>Fri, 19 Aug 2022 08:03:49 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[03/2022]]></category>
		<category><![CDATA[Ausgabe]]></category>
		<category><![CDATA[Sicherheit]]></category>
		<category><![CDATA[Download]]></category>
		<category><![CDATA[Gartenarbeit]]></category>
		<category><![CDATA[Gartenregeln]]></category>
		<category><![CDATA[Gärtnern]]></category>
		<category><![CDATA[Plakat]]></category>
		<guid isPermaLink="false">https://www.kinderkinder.dguv.de/?p=3566</guid>

					<description><![CDATA[<p>Die wichtigsten Gartenregeln übersichtlich auf einem Blatt. Nehmen Sie sie zum Anlass, um mit den Kindern darüber zu sprechen und erinnern Sie sie immer wieder daran. Das Plakat liegt als PDF-Dokument vor. Womit anfangen? Was eignet sich für Kinder? Diese Fragen stellen sich nicht nur gartenbegeisterte Erzieher*innen. Für die Grundschule hat Dr. Birgitta Goldschmidt eine &#8230; <a href="https://dguv-kinderkinder.de/garten/" class="more-link"><span class="screen-reader-text">„Viel Spaß im Garten“ </span>weiterlesen</a></p>
<p>Der Beitrag <a href="https://dguv-kinderkinder.de/garten/">Viel Spaß im Garten</a> erschien zuerst auf <a href="https://dguv-kinderkinder.de">KinderKinder</a>.</p>
]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Die wichtigsten Gartenregeln übersichtlich auf einem Blatt. Nehmen Sie sie zum Anlass, um mit den Kindern darüber zu sprechen und erinnern Sie sie immer wieder daran. Das Plakat liegt als <a href="https://www.kinderkinder.dguv.de/wp-content/uploads/2022/07/gartenregeln.pdf" target="_blank" rel="noopener">PDF-Dokument</a> vor.</p>
<p style="text-align: center;"><a href="https://www.kinderkinder.dguv.de/wp-content/uploads/2022/07/gartenregeln.pdf" target="_blank" rel="noopener"><img loading="lazy" decoding="async" class="alignnone" src="https://www.kinderkinder.dguv.de/wp-content/uploads/2022/07/gartenregeln.jpg" alt="Plakat zu Gartenregeln" width="197" height="275"></a></p>
<p>Womit anfangen? Was eignet sich für Kinder? Diese Fragen stellen sich nicht nur gartenbegeisterte Erzieher*innen. Für die Grundschule hat Dr. Birgitta Goldschmidt eine tolle Übersicht ausgearbeitet, wie alle Klassen gut zusammenarbeiten, wie auch Ferienzeiten und das Ausscheiden der &#8222;Großen&#8220; berücksichtigt werden können. Als Ideen-Steinbruch eine tolle Adresse:</p>
<p><a href="https://www.dguv-lug.de/primarstufe/natur-umwelt-technik/der-schulgarten/" target="_blank" rel="noopener">https://www.dguv-lug.de/primarstufe/natur-umwelt-technik/der-schulgarten/</a></p>
<p>(und hier besonders das &#8222;<a href="https://www.dguv-lug.de/fileadmin/user_upload_dguvlug/Unterrichtseinheiten/Primarstufe/Der_Schulgarten/Primar_2019_06_Hintergrundinfo_3_Schulgarten.pdf" target="_blank" rel="noopener">Curriculum</a>&#8220; &#8211; PDF)</p>
<p>Hochbeete eignen sich besonders gut, um darin mit den Kleinen zu gärtnern. Ein vorteil: Sie sind mit wenig Aufwand angelegt. Weitere Infos in unserem Beitrag: <a href="https://www.kinderkinder.dguv.de/hochbeet-statt-hollandtomate/" target="_blank" rel="noopener">Hochbeet statt Hollandtomaten</a></p>
<p>Nicht nur den Garten, sondern das gesamte Außengelände so naturnah wie möglich zu gestalten, ist eine lohnenswerte Aufgabe. Wie es geht und was es für Vorteile für Groß und Klein bringt, schildern wir in einer Reportage<a href="https://www.kinderkinder.dguv.de/abenteuer-garten/" target="_blank" rel="noopener"> &#8222;Abenteuer Garten&#8220;</a>.</p>
<p>Giftpflanze oder nicht? Diese Broschüre (PDF) hilft, das besser einzuschätzen.<br />
<a href="https://publikationen.dguv.de/regelwerk/dguv-informationen/1384/giftpflanzen-beschauen-nicht-kauen" target="_blank" rel="noopener">Giftpflanzen &#8211; Beschauen, nicht kauen!</a></p>
<p>Viele gute Hinweise zur sicherheit auf dem Außengelände finden Sie hier: <a href="https://www.sichere-kita.de/aussengelaende" target="_blank" rel="noopener">Sichere Kita</a></p>
<p>&nbsp;</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://dguv-kinderkinder.de/garten/">Viel Spaß im Garten</a> erschien zuerst auf <a href="https://dguv-kinderkinder.de">KinderKinder</a>.</p>
]]></content:encoded>
					
		
		
			</item>
	</channel>
</rss>
